Zink – Keineswegs nur ein unedles Metall: Eine Würdigung des Cornetto in der Alten Musik
Thematische Einführung
Der Begriff „Zink“ ruft bei vielen zunächst die Assoziation eines chemischen Elements oder eines Baustoffes hervor. In der Welt der Alten Musik jedoch verweist er auf eines der edelsten, virtuosesten und klanglich faszinierendsten Instrumente der Renaissance und des frühen Barock: das Cornetto, im Deutschen auch als Zink bekannt. Weit entfernt von der profanen Konnotation eines „unedlen Metalls“, war der Zink ein Instrument von höchstem Prestige und unschätzbarem Wert, das in der musikalischen Hierarchie eine herausragende Stellung einnahm. Seine einzigartige Klangsynthese aus der Wärme einer menschlichen Stimme und der Agilität eines Blasinstruments machte es zu einem unverzichtbaren Bestandteil der damaligen Klanglandschaft. Dieser Beitrag widmet sich der vielschichtigen Bedeutung und dem unverdienten Niedergang dieses außergewöhnlichen Instruments, dessen Wiederentdeckung unser Verständnis der historischen Aufführungspraxis revolutioniert hat.
Historischer Kontext & Werkanalyse
Ursprung und Entwicklung
Der Zink, dessen Ursprünge sich im späten Mittelalter vermuten lassen, erlebte seine Blütezeit im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Es handelte sich um ein Holzblasinstrument, das paradoxerweise mittels eines Kesselmundstücks, ähnlich dem einer Trompete, gespielt wurde. Diese hybride Konstruktion – ein aus zwei Hälften gefertigter, meist leicht gekrümmter Holzkorpus (oft aus Ahorn, Buchsbaum oder Elfenbein), der mit Leder oder Pergament überzogen und mit sechs bis sieben Grifflöchern versehen war – verlieh ihm seine unverwechselbare Klangfarbe. Es existierten verschiedene Größen, vom kleinen Cornettino über den gemeinen Zink bis hin zum größeren Tenor-Zink und dem Bass-Zink (Serpent), die jeweils spezifische musikalische Rollen erfüllten.
Rolle und Einsatzgebiete
Die Beliebtheit des Zinks resultierte aus seiner erstaunlichen Vielseitigkeit und seinem Klangspektrum, das in der Lage war, sich sowohl mit Streichern als auch mit anderen Bläsern und insbesondere mit der menschlichen Stimme harmonisch zu verbinden. Zeitgenössische Quellen rühmten seine Fähigkeit, „der menschlichen Stimme am nächsten zu kommen“, was ihm den Beinamen „Königsinstrument der Bläser“ oder „strumento nobile“ einbrachte. Seine Hauptanwendungsgebiete waren: