Unbekannt
Dienstag, 16. März 2010, 15:20
Wer war Walter Frye? Über sein Leben ist fast nichts bekannt, aber seine bzw. die ihm zugeschriebene Musik war in ganz Europa verbreitet; allein das “Ave Regina coeloreum” findet sich in 25 kontinentaleuropäischen Manuskripten aus Italien, Tirol, Süddeutschland, Böhmen und Ungarn.
Hinweise auf einen Komponisten namens Walter Frye sind spärlich. Es wird vermutet, dass er in Norfolk oder Lincolnshire geboren wird. Ein “Cantor” Walter ist zwischen 1443 und 1466 an der Kathedrale von Ely als Chormeister nachgewiesen. Ein Walter Frye schließt sich 1456 der London Guild of Parish Clerks an. 1464 - 1472 finden wir einen Walter Frye in der Umgebung von Anne of Exeter, der Schwester von Eduard IV und Margarete of York, der Frau von Karl dem Kühnen. Die Bekanntschaft mit Anne of Exeter, die den ganzen kontinentaleuropäischen Hochadel kennt, ist für die Verbreitung der Musik von Walter Frye sicher sehr hilfreich. Seine Kompositionen werden bei privaten Anlässen und Festen wie auch in der Liturgie gespielt.
Das überlieferte Werk ist nicht sehr groß: 4 Messen, 5 Motetten und 4 englische Lieder, von denen eine Zuschreibung bezweifelt wird. Seine drei erhaltenen Messen sind in einem Manuskript überliefert, das in der Koninklijke Bibliotheek in Brüssel als Manuskript 5557 aufbewahrt wird. Die ersten vier Faszikel dieser Prachthandschrift , von einen einzigen Schreiber sehr schön kopiert, enthalten u.a. die Messen “Flos regalis” und “Nobilis et pulchra”. Hier ist zu den Titeln auch der Name des Komponisten vermerkt. Diese Handschrift ist wohl für die Hochzeit von Margarete of York mit Karl dem Kühnen 1468 hergestellt worden. Außer den Messen enthält sie noch drei Lieder von Frye sowie Kompositionen von anderen englischen Musikern.
Aus der Tatsache, dass die Werke Walter Fryes fast nur in Manuskripten überliefert sind, die sich auf dem europäischen Festland befinden, hat man früher geschlossen, dass Frye auf dem Kontinent lebte. Neuere Forschungen weisen aber nach, dass er die Insel nie verlassen hat. Die mangelnde Überlieferung in England ist sicher dem Umstand geschuldet, dass in der Zeit der Rosenkriege viele Abteien und Kirchen geplündert und die Bibliotheken vernichtet wurden.
Fryes Werke wurden oft kopiert und in vielen Sammlungen weiterverbreitet. Dem Booklet zu der CD des Hilliard Ensembles entnehme ich folgendes Zitat von John Potter:
“Frye wird von den Musikwissenschaftlern gelegentlich als Übergangskomponist des späten 15. Jahrhunderts angesehen und stilistisch irgendwo zwischen der mittelalterlichen Strenge von Dunstable und dem ausgereifteren Kontrapunkt von Josquin und Isaac angesiedelt. Diese Aufnahme zeigt, …dass er etwas mehr ist als dies. Für uns als Gruppe markiert sie einen weiteren Schritt in die Erkundung dieser so schwer einzuordnenden Musik, für die Martin Le Franc die Bezeichnung “the English Countenance” fand, als der Einfluß dieses anmutig harmonischen englischen Stils die europäische Musik in kaum mehr gesehener Weise durchdrang.”
Fryes wichtigste Werke waren sicher seine Messen, von denen die “Missa Flos Regalis” für vier Stimmen, die “Missa Nobilis et pulchra” für drei Stimmen sowie die “Missa Summe Trinitati” für drei Stimmen erhalten sind.
Hinweise auf einen Komponisten namens Walter Frye sind spärlich. Es wird vermutet, dass er in Norfolk oder Lincolnshire geboren wird. Ein “Cantor” Walter ist zwischen 1443 und 1466 an der Kathedrale von Ely als Chormeister nachgewiesen. Ein Walter Frye schließt sich 1456 der London Guild of Parish Clerks an. 1464 - 1472 finden wir einen Walter Frye in der Umgebung von Anne of Exeter, der Schwester von Eduard IV und Margarete of York, der Frau von Karl dem Kühnen. Die Bekanntschaft mit Anne of Exeter, die den ganzen kontinentaleuropäischen Hochadel kennt, ist für die Verbreitung der Musik von Walter Frye sicher sehr hilfreich. Seine Kompositionen werden bei privaten Anlässen und Festen wie auch in der Liturgie gespielt.
Das überlieferte Werk ist nicht sehr groß: 4 Messen, 5 Motetten und 4 englische Lieder, von denen eine Zuschreibung bezweifelt wird. Seine drei erhaltenen Messen sind in einem Manuskript überliefert, das in der Koninklijke Bibliotheek in Brüssel als Manuskript 5557 aufbewahrt wird. Die ersten vier Faszikel dieser Prachthandschrift , von einen einzigen Schreiber sehr schön kopiert, enthalten u.a. die Messen “Flos regalis” und “Nobilis et pulchra”. Hier ist zu den Titeln auch der Name des Komponisten vermerkt. Diese Handschrift ist wohl für die Hochzeit von Margarete of York mit Karl dem Kühnen 1468 hergestellt worden. Außer den Messen enthält sie noch drei Lieder von Frye sowie Kompositionen von anderen englischen Musikern.
Aus der Tatsache, dass die Werke Walter Fryes fast nur in Manuskripten überliefert sind, die sich auf dem europäischen Festland befinden, hat man früher geschlossen, dass Frye auf dem Kontinent lebte. Neuere Forschungen weisen aber nach, dass er die Insel nie verlassen hat. Die mangelnde Überlieferung in England ist sicher dem Umstand geschuldet, dass in der Zeit der Rosenkriege viele Abteien und Kirchen geplündert und die Bibliotheken vernichtet wurden.
Fryes Werke wurden oft kopiert und in vielen Sammlungen weiterverbreitet. Dem Booklet zu der CD des Hilliard Ensembles entnehme ich folgendes Zitat von John Potter:
“Frye wird von den Musikwissenschaftlern gelegentlich als Übergangskomponist des späten 15. Jahrhunderts angesehen und stilistisch irgendwo zwischen der mittelalterlichen Strenge von Dunstable und dem ausgereifteren Kontrapunkt von Josquin und Isaac angesiedelt. Diese Aufnahme zeigt, …dass er etwas mehr ist als dies. Für uns als Gruppe markiert sie einen weiteren Schritt in die Erkundung dieser so schwer einzuordnenden Musik, für die Martin Le Franc die Bezeichnung “the English Countenance” fand, als der Einfluß dieses anmutig harmonischen englischen Stils die europäische Musik in kaum mehr gesehener Weise durchdrang.”
Fryes wichtigste Werke waren sicher seine Messen, von denen die “Missa Flos Regalis” für vier Stimmen, die “Missa Nobilis et pulchra” für drei Stimmen sowie die “Missa Summe Trinitati” für drei Stimmen erhalten sind.