Unbekannt
Sonntag, 1. November 2009, 18:42
Victoria, der wohl bedeutendste spanische Komponist der Renaissance (wenn nicht gar überhaupt), wurde 1548 in Avila in kastillien geboren, wo er auch als Sängerknabe in der Kathedrale eine musikalische Ausbildung erhielt. Schließlich ermöglichte ihm 1565 ein Stipendium von Felipe II. ein weiterführendes Musikstudium in Rom, wo er von Palestrina und dessen musikalischen Umfeld und Stil geprägt wurde. Seine römischen Kompositionen gehörten Jahrhunderte lang zum Repertoire der Sixtinischen Kapelle. Zudem wurde er in Rom zum Jesuitenpriester geweiht.
Insgesamt 20 Jahre blieb Victoria in Rom, bevor er wieder zurück nach Spanien zog und ab 1587 seinem Wunsch nach einer kontemplativen Lebensweise nachging, was auch eine von nun an geringe Anzahl von Kompositionen zur Konsequenz hatte. 1596 wurde er Kaplan der verwitweten Kaiserin Maria von Spanien sowie Kapellmeister und Organist des kaiserlichen Klosters. Als Maria 1603 starb, komponierte Victoria für sie sein heute berühmtestes Werk, das Officium defunctorum, bestehend aus einer Missa pro defunctis (ohne Sequenz-Vertonung), einer Motette (Versa est in luctum), einem Responsorium (Libera me) und einer Lesung (Taedet animam meam). Es handelt sich um ein epochales Meisterwerk in der Geschichte der Totenmessen.
Dem in Rom erlernten durch das Trienter Konzil bedingten schlichten "Palestrina-Stil" fügte Victoria in seiner spanischen Schaffenszeit auch expressivere gestaltungsmittel zu, so z.B. in seiner von seinen Zeitgenossen durchaus kritisierten Missa de Batalla (Schlachten-Messe) oder im Responsorium des Officium defunctorum.
Victoria starb am 27.8.1611 in Madrid.
Vom Officium Defunctorum gibt es relativ viele Aufnahmen; momentan habe ich nur eine, und diese kann ich eher nicht empfehlen. Die Escolania de Montserrat kann zwar einen Eindruck der Großartigkeit der Musik vermitteln, aber da ist doch noch Luft nach oben.
Gibt es eine Aufnahme, die jemand von Euch ganz besonders empfehlen kann?
Sehr schön ist die CD von The Sixteen mit Marien-Antiphonen und der Missa Salve. Insbesondere das Salve Regina a 8 und das Magnificat a 8, beide 1576 in Rom entstanden, finde ich großartig!

Viele Grüße,
Martin.
Insgesamt 20 Jahre blieb Victoria in Rom, bevor er wieder zurück nach Spanien zog und ab 1587 seinem Wunsch nach einer kontemplativen Lebensweise nachging, was auch eine von nun an geringe Anzahl von Kompositionen zur Konsequenz hatte. 1596 wurde er Kaplan der verwitweten Kaiserin Maria von Spanien sowie Kapellmeister und Organist des kaiserlichen Klosters. Als Maria 1603 starb, komponierte Victoria für sie sein heute berühmtestes Werk, das Officium defunctorum, bestehend aus einer Missa pro defunctis (ohne Sequenz-Vertonung), einer Motette (Versa est in luctum), einem Responsorium (Libera me) und einer Lesung (Taedet animam meam). Es handelt sich um ein epochales Meisterwerk in der Geschichte der Totenmessen.
Dem in Rom erlernten durch das Trienter Konzil bedingten schlichten "Palestrina-Stil" fügte Victoria in seiner spanischen Schaffenszeit auch expressivere gestaltungsmittel zu, so z.B. in seiner von seinen Zeitgenossen durchaus kritisierten Missa de Batalla (Schlachten-Messe) oder im Responsorium des Officium defunctorum.
Victoria starb am 27.8.1611 in Madrid.
Vom Officium Defunctorum gibt es relativ viele Aufnahmen; momentan habe ich nur eine, und diese kann ich eher nicht empfehlen. Die Escolania de Montserrat kann zwar einen Eindruck der Großartigkeit der Musik vermitteln, aber da ist doch noch Luft nach oben.
Gibt es eine Aufnahme, die jemand von Euch ganz besonders empfehlen kann?
Sehr schön ist die CD von The Sixteen mit Marien-Antiphonen und der Missa Salve. Insbesondere das Salve Regina a 8 und das Magnificat a 8, beide 1576 in Rom entstanden, finde ich großartig!

Viele Grüße,
Martin.
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