Über Lieblingstänze kann ich nicht wirklich was sagen, nur fällt mir auf, dass besonders Biber es wahrscheinlich geliebt hat, Tanzformen zu "sakralisieren", also quasi in die Kirche zu holen. Die Rosenkranz-Sonaten sind da ein wirklich gutes Beispiel - lauter Tanzsätze zu religiös(t)en Themen - auf den ersten Blick verwunderlich, dann aber total nachvollziehbar. Das wirkungsvollste Beispiel eines Tanzes in der Kirche ist die vierzehnte Sonate, Mariä Himmelfahrt, wo eine ausgelassene "Aria" an eine barocke Disko denken lässt...
Freilich wird gerade deswegen immer wieder in Frage gestellt ob die Rosenkranz-Sonaten nun "Kirchenmusik" sind oder nicht. Da Biber in seinen "Kirchensonaten" keine Tanzsatze vorschreibt, kann es auch sein, dass er sie eher als religiöse Kammermusik sah. Der Rosenkranz kann man ja auch ohne liturgischem Kontext gebetet werden.
Ein Gegenargument mag sein, dass zwar in den Kirchensonaten-Drucken keine als Tanze betitelten Satze vorkommen, tänzerische Rhytmik umso mehr. Sogar in manchen seinen Messen (in der Missa Salisburgensis dann ganz oft).
Und in den Sonaten von Weichlein, die er auch für kirche geeignet nennt, schreibt der benediktiner Pater und vermutlicher Biber-Zögling Weichlein auch manche tanzsätze (vor allem Giguen und natürlich Chaconnen).
LG
Tamás