Charles Gounod (1818-1893) hat durch sein in gefährlicher Nähe zum musikalischen Kitsch angesiedeltes
Ave Maria nicht den besten Ruf unter den Komponisten Frankreichs - in Wirklichkeit war er ein Klassizist reinsten Wassers, der die Klangwelt der Wiener Klassik kongenial erfasst und verarbeitet hat. Seine beiden Sinfonien legen hiervon beredtes Zeugnis ab: Lebendige, charmante Werke, wenn sie entsprechend gespielt werden. Und eine solche den Werken gerecht werdende Aufnahme wurde gemacht: von
Hervé Niquets leider (aus finanziellen Gründen) nur kurzlebigem Ausflug ins 19. Jahrhundert, mit der
Beethoven Academie:
Sozusagen ein Geheimtipp - aber wer die klassizistische Musik dieser Zeit mag, wird hier nicht enttäuscht, sondern mit einer wunderbaren Vielfalt von differenzierten Klangfarben belohnt.
Sozusagen Halb-HIP gibt es die erste Sinfonie von Gounod zusammen mit seiner von Mozarts
Gran Partita inspirierten
Petite symphonie pour instruments à vent von
Christopher Hogwood mit dem
Saint Paul Chamber Orchestra (das auf modernem Instrumentarium spielt, aber von Hogwood mit den Spielweisen des 19. Jahrhunderts vertraut gemacht wurde):
Als Zugabe gibt es die
Suite L'Arlesienne von
Georges Bizet in der originalen Fassung für ein originell besetztes Theaterorchester.