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Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714)

Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 15:55
Philipp Heinrich Erlebach wird 1657 in Esens/Ostfriesland als Sohn eines Musikers am Hof des Grafen Ulrich II. von Ostfriesland geboren. Vermutlich wird er am Ostfriesischen Hof in Aurich ausgebildet. 1681 ernennt Graf Albert Anton ihn zum Direktor der Hofkapelle, die sowohl bei kirchlichen als auch bei weltlichen Anlässen aufspielte. An 1683 ist er Kapellmeister in Rudolstadt in Thüringen am Hof des Grafen Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt, wo er 35 Jahre lang bleibt. Er genießt als Komponist wie auch als Dirigent ein hohes Ansehen und wird über die Landesgrenzen hinaus bekannt, vor allem seine Instrumentalwerke finden Beachtung. Bedeutend für die Geschichte des deutschen Lieds ist seine in Rudolstadt gedruckte Liedsammlung “Gottgeheiligte Sing-Stunde” nach Texten von Christoph Helm. Erlebach schreibt kirchliche und weltliche Festmusiken, Oratorien, Kantaten, Opern, Orchester- und Kammermusik, insgesamt mehr als 1000 Kompositionen. Diese werden bei einem Schlossbrand in Rudolstadt 1735 zum größten Teil vernichtet, ca. 70 bleiben erhalten.
Philipp Heinrich Erlebach stirbt 1714 in Rudolstadt.

In den letzten Wochen wurde ich auf diesen Komponisten aufmerksam, den ich bisher nicht kannte. Es lassen sich einige Nachweise finden:

Wikipedia , Wikisource/ADB , Klassika
Deutsche Nationalbibliothek und Deutsches Musikarchiv weisen Titel nach

Bei den einschlägigen CD-Händlern kann man fündig werden, Klassika empfiehlt folgende CD:


Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 16:21
Erlebach war auch eine zentrale Figur bei der Verbreitung der französischen Ouvertürensuite in Deutschland - dafür gibt es viel zu wenig von ihm auf CD, auch von seiner Instrumentalmusik. Empfehlen kann ich diese:

Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 16:22
Ganz fantastisch, vor allem auch wegen dem phänomenalen Sänger Victor Torres, ist diese CD:



:jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 16:23
Guten Tag

empfehlenswert ist diese



CD "Zeichen des Himmels" des "gräflicher Musicus und Kammerdieners" und wenig bekannten und unterschätzten Komponisten. Sie enthält einen Querschnitt des Schaffens Erlebachs aus seinen verschieden Sammlungen mit Kammermusik und Arien. Der Bariton Victor Torres singt geschmeidig und artikuliert überzeugend, die Violinen, Gamben, Harfen, Theorbe, Orgel und Cembalo spielenden Instrumentalisten des Stylus Phantasticus begleiten sensibel, die Triosonaten hört man farbig gespielt.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 16:24
Ha - zwei doofe HIP-Fans, ein Gedanke ... :wink:
Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 16:31
Guten Tag
Erlebach war auch eine zentrale Figur bei der Verbreitung der französischen Ouvertürensuite in Deutschland - dafür gibt es viel zu wenig von ihm auf CD,



Eine Overtüre hat es auf diese CD



mit "Ouvertüren für die Hamburger Oper", vorzüglich von der Akademie für alte Musik gespielt, geschafft. Erlebach brachte 1693 eine Sammlung mit den Titel " VI Overtüren, begleitet mit ihrem dazu schicklichen Airs nach Französischer Art " heraus, in der Vorrede erwähnt er, dass er selbst in Frankreich nie gewesen sei, jedoch von Muffat und Lully beeinfluß worden sei.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 17:12
Sehr anhörbar ist auch diese:



Zumal sie ein bisschen die Reperoirelücken füllt.
Unbekannt Mittwoch, 3. März 2010, 09:20
Guten Tag

vereinzelt finde ich Erlebachs Vokalwerke auf Sammel-CDs wie



die Lieder "Amor, eile und erteile treuen Rat" u. "Fortuna, du scherzest mit mir" mit Annette Dasch und Mitgliedern der Akademie für Alte Musik Berlin

und die Erlebachsche Kantate "Wer sich dem Himmel übergeben"



mit Andreas Scholl und dem Concerto di Viole & Basel Consort

Erlebachs Schaffen sollte noch mehr Verbreitung finden.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Samstag, 6. März 2010, 23:47

Erlebachs Schaffen sollte noch mehr Verbreitung finden.


Da stimme ich Dir gerne vorbehaltlos zu - aber wenn von über 1000 Kompositionen nur ca. 70 erhalten sind ... wie wir ihn wohl einschätzen würden, wenn das alles erhalten wäre?