Unbekannt
Sonntag, 28. März 2010, 15:54
Guten Tag
Paul Peuerl (auch Bäuerl, Beuerlin oder Bäwerl genannt) wurde am 13. Juni 1570 in Stuttgart als Sohn des Ehepaars Hans Beuerlin und seiner Frau Catharina geb. Ochs getauft. Nähere Angaben über seine Kindheit und musikalische Ausbildung sind nicht bekannt, vermutlich machte er als Singknabe am Tübinger Stift und Aushilfe bei der Kirchen- und Tafelmusik der Stuttgarter Hokkapelle seine ersten musikalischen Erfahrungen. 1601 übersiedelte er als Organist nach Horn im Oberösterreich, über einen dort wirkenden Magister Johann Brueder aus dem schwäbischen Balingen stammend, könnte der Ortswechsel gelaufen sein; Brueder war als Pfarrer Vorgesetzter von Peuerl, der in Horn neben den Organistenamt auch als Lehrer tätig war. Ab 1609 betätigte sich Peuerl als Organist, Orgelbauer und Komponist in Steyr und hatte die Erlaubnis, sich „Uff Hochzeithen, Preitspiellen und Mallzeiten“ als Musiker ein Zubrot zu verdienen. Auf den Titelblättern seiner gedruckten Werke bezeichnete er sich 1611 als „ bestelter Organist bey der evangelischen Kirche zu Steyer“, 1613 als „ der löblichen Statt Steyer in Oesterreich ab der Ens bestelter Organist“ und 1625 als „ Organist vnnd Orgelmacher der zeit zu steyer“. Sein weiterer Lebensweg verliert sich ab 1625 in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, als Protestant hat er möglicherweise nach Auslaufen des kaiserlichen Protestantenpatentes um 1625 Steyr verlassen und sich als Musikant und Orgelreperateur irgendwo bis zu seinem Tod seinen Lebensunterhalt verdient.
Von einigen Linzer „Tabulaturen“ abgesehen sind Peuerls Werke meist in unvollständigen Drucken erhalten:
• „ Newe Padouan, Intrada, Däntz und Galliarda, auff allen Musicalischen Saitenspiele gantz lustig zugebrauchen“ (1611)
• Weltspiegel (1613)
• „ Ettliche lustige Padovanen ...,“ (1620)
• „ Gantz Neue Padouanen “ (1625 )
Von Peuerl stammen wohl auch die ersten Veröffentlichungen nicht-italienischer Triosonaten für zwei Melodiestimmen und Generalbass. Richtungweisend auch seine Leistungen bereits zu dieser Zeit bei der Entwicklung der Instrumentalsuite.
Gruß
aus der Kurpfalz
Bernhard
Paul Peuerl (auch Bäuerl, Beuerlin oder Bäwerl genannt) wurde am 13. Juni 1570 in Stuttgart als Sohn des Ehepaars Hans Beuerlin und seiner Frau Catharina geb. Ochs getauft. Nähere Angaben über seine Kindheit und musikalische Ausbildung sind nicht bekannt, vermutlich machte er als Singknabe am Tübinger Stift und Aushilfe bei der Kirchen- und Tafelmusik der Stuttgarter Hokkapelle seine ersten musikalischen Erfahrungen. 1601 übersiedelte er als Organist nach Horn im Oberösterreich, über einen dort wirkenden Magister Johann Brueder aus dem schwäbischen Balingen stammend, könnte der Ortswechsel gelaufen sein; Brueder war als Pfarrer Vorgesetzter von Peuerl, der in Horn neben den Organistenamt auch als Lehrer tätig war. Ab 1609 betätigte sich Peuerl als Organist, Orgelbauer und Komponist in Steyr und hatte die Erlaubnis, sich „Uff Hochzeithen, Preitspiellen und Mallzeiten“ als Musiker ein Zubrot zu verdienen. Auf den Titelblättern seiner gedruckten Werke bezeichnete er sich 1611 als „ bestelter Organist bey der evangelischen Kirche zu Steyer“, 1613 als „ der löblichen Statt Steyer in Oesterreich ab der Ens bestelter Organist“ und 1625 als „ Organist vnnd Orgelmacher der zeit zu steyer“. Sein weiterer Lebensweg verliert sich ab 1625 in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, als Protestant hat er möglicherweise nach Auslaufen des kaiserlichen Protestantenpatentes um 1625 Steyr verlassen und sich als Musikant und Orgelreperateur irgendwo bis zu seinem Tod seinen Lebensunterhalt verdient.
Von einigen Linzer „Tabulaturen“ abgesehen sind Peuerls Werke meist in unvollständigen Drucken erhalten:
• „ Newe Padouan, Intrada, Däntz und Galliarda, auff allen Musicalischen Saitenspiele gantz lustig zugebrauchen“ (1611)
• Weltspiegel (1613)
• „ Ettliche lustige Padovanen ...,“ (1620)
• „ Gantz Neue Padouanen “ (1625 )
Von Peuerl stammen wohl auch die ersten Veröffentlichungen nicht-italienischer Triosonaten für zwei Melodiestimmen und Generalbass. Richtungweisend auch seine Leistungen bereits zu dieser Zeit bei der Entwicklung der Instrumentalsuite.
Gruß
aus der Kurpfalz
Bernhard