Unbekannt
Mittwoch, 5. August 2009, 21:36
Hallo!
Hier soll es um den spanischen Komponisten Antonio Francisco Javier José Soler y Ramos gehen, der am 3.12.1729 im spanischen Olot geboren wurde.
Seine weiteren Lebensstationen kopiere ich aus der Wikipedia:
Soler wurde Cembalolehrer des spanischen Prinzen Gabriel (Sohn von Carlos III.) und schrieb viele seiner ca. 120 Cembalosonaten für ihn. Die Cembalowerke sind es auch, die unter Solers Kompositionen heute noch den größten Bekanntheitsgrad haben. Besonders sein Fandango d-moll für Cembalo scheint häufiger gespielt zu werden. Naxos hat nach und nach sämtliche Sonaten auf CD herausgebracht.
In Escorial traf Soler übrigens auf den berühmtesten Cembalosonatenkomponisten, Domenico Scarlatti.
Zudem komponierte Soler zahlreiche geistliche Vokalwerke sowie Lieder und Orgelmusik.
Am 20.12.1783 starb Soler in Escorial.
Ich kenne Soler allerdings vorwiegend - wie könnte es anders sein
- als "Vater des Klavierquintetts", als den man ihn wegen seiner sechs Quintette für Cembalo (alternativ: Orgel) und Streichquartett bezeichnen kann.
Die Werke entstanden 1776, und das erste von ihnen ist überschrieben mit:
Es ist nicht sicher, aber möglich, daß Soler Boccherinis Streichquartette kannte (Boccherini lebte im nahen Madrid in den 1770ern) und so zu dieser Besetzung angeregt wurde. Soler war im Gegensatz zu Boccherini noch mehr in den Traditionen des Barock verhaftet, daher ist dieser „Schritt in die Moderne“ (Komposition für Streichquartett) durchaus überraschend. Umgekehrt ist es ebenfalls nicht sicher, aber möglich, daß Boccherini Solers Klavierquintette als grobe Vorbilder kannte, als er seine eigenen zwölfe zwischen 1797 und 1799 komponierte.
Ich habe folgende CDs mit den Soler-Quintetten:
Diese CDs höre ich gerne, denn die Quintette gefallen mir (wenn auch nicht so sehr wie die von Boccherini); die Kombination Cembalo/Streichquartett hat einen interessanten Klang (das hier eingesetzte Cembalo klingt IMO wunderschön). Diese Interpretation hat sicher nicht viel Konkurrenz, aber auch ohne diesen Fakt möchte ich sie als sehr gelungen und empehlenswert anpreisen.
Über den Charakter der Werke schreibt der Reclam Kammermusikführer sehr treffend:
Die Werke erschienen übrigens lange nicht im Druck, sondern die Noten sind aus fünf Notizbüchern Solers überliefert, die in einem Archiv in Escorial entdeckt wurden.
Inzwischen habe ich dank unseres Michael noch weitere Soler-Werke kennengelernt, und zwar die auf dieser Doppel-CD erhaltenen:

Die teils sehr eingängigen und flotten Orgelduette haben mir spontan so gut gefallen, daß sie gleich auf meine MP3-Playlist gewandert sind.
Viele Grüße,
Martin.
Hier soll es um den spanischen Komponisten Antonio Francisco Javier José Soler y Ramos gehen, der am 3.12.1729 im spanischen Olot geboren wurde.
Seine weiteren Lebensstationen kopiere ich aus der Wikipedia:
Zitat
Seine Ausbildung als Organist und Komponist erhielt Soler als Chorknabe in der Escolania de Montserrat. Etwa 1750 wurde er Kapellmeister in Lleida, dort setzte er auch seine geistliche Laufbahn fort. 1752 trat er den Hieronymiten von El Escorial bei und wurde dort 1757 Kapellmeister. 1762 veröffentlichte er sein großes musiktheoretisches Werk "Llave de la modulación", das er später gegen Anfeindungen anderer Musiker verteidigen musste.
Soler wurde Cembalolehrer des spanischen Prinzen Gabriel (Sohn von Carlos III.) und schrieb viele seiner ca. 120 Cembalosonaten für ihn. Die Cembalowerke sind es auch, die unter Solers Kompositionen heute noch den größten Bekanntheitsgrad haben. Besonders sein Fandango d-moll für Cembalo scheint häufiger gespielt zu werden. Naxos hat nach und nach sämtliche Sonaten auf CD herausgebracht.
In Escorial traf Soler übrigens auf den berühmtesten Cembalosonatenkomponisten, Domenico Scarlatti.
Zudem komponierte Soler zahlreiche geistliche Vokalwerke sowie Lieder und Orgelmusik.
Am 20.12.1783 starb Soler in Escorial.
Ich kenne Soler allerdings vorwiegend - wie könnte es anders sein
- als "Vater des Klavierquintetts", als den man ihn wegen seiner sechs Quintette für Cembalo (alternativ: Orgel) und Streichquartett bezeichnen kann.Die Werke entstanden 1776, und das erste von ihnen ist überschrieben mit:
Obra primera
Quinteto primera con violinos, viola, violoncello y organo o clave obligado.
Para la Real camara del Serenissimo Señor Infante Don Gabriel
Compuesta i dedicada a su Alteza Real por el Fray Antonio Soler. Ano 1776.
Quinteto primera con violinos, viola, violoncello y organo o clave obligado.
Para la Real camara del Serenissimo Señor Infante Don Gabriel
Compuesta i dedicada a su Alteza Real por el Fray Antonio Soler. Ano 1776.
Es ist nicht sicher, aber möglich, daß Soler Boccherinis Streichquartette kannte (Boccherini lebte im nahen Madrid in den 1770ern) und so zu dieser Besetzung angeregt wurde. Soler war im Gegensatz zu Boccherini noch mehr in den Traditionen des Barock verhaftet, daher ist dieser „Schritt in die Moderne“ (Komposition für Streichquartett) durchaus überraschend. Umgekehrt ist es ebenfalls nicht sicher, aber möglich, daß Boccherini Solers Klavierquintette als grobe Vorbilder kannte, als er seine eigenen zwölfe zwischen 1797 und 1799 komponierte.
Ich habe folgende CDs mit den Soler-Quintetten:
Diese CDs höre ich gerne, denn die Quintette gefallen mir (wenn auch nicht so sehr wie die von Boccherini); die Kombination Cembalo/Streichquartett hat einen interessanten Klang (das hier eingesetzte Cembalo klingt IMO wunderschön). Diese Interpretation hat sicher nicht viel Konkurrenz, aber auch ohne diesen Fakt möchte ich sie als sehr gelungen und empehlenswert anpreisen.
Über den Charakter der Werke schreibt der Reclam Kammermusikführer sehr treffend:
Zitat
Es sind groß angelegte, drei- bis fünfsätzige Werke ohne normierte Satzfolge in einem sehr differenzierten, teils polyphonen Satz, in dem das Tasteninstrument streckenweise auch virtuos-solistisch heraustritt; die Tonfälle sind galant.
Die Werke erschienen übrigens lange nicht im Druck, sondern die Noten sind aus fünf Notizbüchern Solers überliefert, die in einem Archiv in Escorial entdeckt wurden.
Inzwischen habe ich dank unseres Michael noch weitere Soler-Werke kennengelernt, und zwar die auf dieser Doppel-CD erhaltenen:

Die teils sehr eingängigen und flotten Orgelduette haben mir spontan so gut gefallen, daß sie gleich auf meine MP3-Playlist gewandert sind.
Viele Grüße,
Martin.




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