Unbekannt
Samstag, 16. Januar 2010, 12:17
Die "Lagrime di S. Pietro" (Tränen des Heiligen Petrus) ist ein Zyklus von 20 7-stimmigen, geistlichen Madrigalen und einer Motette von Orlando di Lasso. Enststanden in 1594 ist sie das letzte Werk des Meisters und auch ein letzter Bilanz seines Schaffens.
Die Madrigale sind über den gleichnamigen Gedichtszyklus von Luigi Tansillo gesetzt, und behandelt die Reue des Heiligen Petrus, nachdem er Christus veraten hat. Als Schlussstück setzt Lasso eine Motette "Vide homo", wo Jesus in erster Person sprechen Petrus/den Hörer anspricht und die Aufmerksamkeit auf seinem Opfer lenkt. Diese Motette ist vielleicht das Schönste, was Lasso je geschrieben hat - noch mehr : gehört zu den schönsten Stücken von geistlicher Musik, was ich je gehört habe.
Das Werk vereint in sich Eigenschaften des ankeimenden Barocks, wie auch der ausgehenden Renaissance: zwar sind die musikalischen Mittel noch die der Zeit des Humanismus, die Expressivität und Wucht der Stücke weist schon in Richtung Gegenreformation.
(Wenn man dieses Werk hört, wird erst richtig bewusst, dass das Oratorium doch aus dem geistlichen Madrigal entstanden ist, oder zumindest, dass dieser dabei Pate gestanden hat [bei den Andachten St. Philippo Neris wurden auch geistliche Madrigale gesungen!; die Choreinschübe der frühen Oratorien sind auch noch in Madrigalstil komponiert, usw.])
Die Noten zum Werk sind übrigens auf imslp.org zugänglich:
http://imslp.org/wiki/Lagrime_di_San_Pie…,_Orlande_de%29
Eine detalliertere Analyse findet man auf der englichen Wikipedia...
http://en.wikipedia.org/wiki/Lagrime_di_San_Pietro
Die Madrigale sind über den gleichnamigen Gedichtszyklus von Luigi Tansillo gesetzt, und behandelt die Reue des Heiligen Petrus, nachdem er Christus veraten hat. Als Schlussstück setzt Lasso eine Motette "Vide homo", wo Jesus in erster Person sprechen Petrus/den Hörer anspricht und die Aufmerksamkeit auf seinem Opfer lenkt. Diese Motette ist vielleicht das Schönste, was Lasso je geschrieben hat - noch mehr : gehört zu den schönsten Stücken von geistlicher Musik, was ich je gehört habe.
Das Werk vereint in sich Eigenschaften des ankeimenden Barocks, wie auch der ausgehenden Renaissance: zwar sind die musikalischen Mittel noch die der Zeit des Humanismus, die Expressivität und Wucht der Stücke weist schon in Richtung Gegenreformation.
(Wenn man dieses Werk hört, wird erst richtig bewusst, dass das Oratorium doch aus dem geistlichen Madrigal entstanden ist, oder zumindest, dass dieser dabei Pate gestanden hat [bei den Andachten St. Philippo Neris wurden auch geistliche Madrigale gesungen!; die Choreinschübe der frühen Oratorien sind auch noch in Madrigalstil komponiert, usw.])
Die Noten zum Werk sind übrigens auf imslp.org zugänglich:
http://imslp.org/wiki/Lagrime_di_San_Pie…,_Orlande_de%29
Eine detalliertere Analyse findet man auf der englichen Wikipedia...
http://en.wikipedia.org/wiki/Lagrime_di_San_Pietro