Unbekannt
Donnerstag, 29. April 2010, 16:31
John Dunstable (auch Dunstaple) wurde zwischen 1380 und 1390 geboren, wahrscheinlich in Dunstable (Bedfordshire), und ist 1453 in London gestorben. Über sein Leben zwischen diesen Daten ist nur wenig bekannt.
Von Dunstables Grabinschrift wird überliefert, dass er dort als “tua Musica princeps” bezeichnet wurde. Er war nicht nur als Musiker, sondern auch Astronom und Mathematiker, offensichtlich ein sehr gebildeter Mann.
Sein Name findet sich auch auf einer astronomischen Abhandlung: dies Buch gehört John Dunstable, Musiker des Duke of Bedford. Daraus lässt sich schließen, dass er in den Diensten von John of Lancaster, Duke of Bedford, stand.
Dieser Duke of Bedford war ein Sohn von König Henry IV. Nach dem Tod seines Bruders, des Königs Henry V., war er von 1423 bis zu seinem Tod 1435 Regent im besetzten Nordfrankreich. Es ist anzunehmen, dass auch Dunstable in seiner Begleitung längere Zeit auf dem Kontinent verbrachte.
Daneben und danach war Dunstable in Diensten der Königin Johanna von Navarra, Witwe von Henry IV, und vermutlich auch noch am Hof von Humphrey Duke of Gloucester, des jüngsten Sohns von Henry IV.
John Dunstable starb an Heiligabend 1453 in London.
http://www.bl.uk/onlinegallery/onlineex/…large17729.html
Notenfaksimile Veni sancte spiritus aus dem Old Hall Manuscript
Von den Werken Dunstables sind etwa 58 seiner geistlichen Werke erhalten, darunter 2 komplette Messen, Messteile, Motetten. Es gibt noch kein vollständiges Werkverzeichnis; zum Gedenkjahr 1953 wurde ein Werkverzeichnis in Angriff genommen, das jedoch durch spätere Funde, Zu- und Abschreibungen überholt ist.
Die Werke Dunstables sind fast vollständig in Manuskripten des europäischen Festlands überliefert, aus England ist nur eines aus dem Old Hall Manuskript bekannt. Auch aufgrund dieser Überlieferung ist ein Gesamtwerkverzeichnis schwer herzustellen. Die Werke wurden vielfach kopiert, mal mit mal ohne Komponistenangabe oder mal mit dem richtigen, mal mit dem falschen. Dann wurden Codices auseinandergenommen, umgebunden, zerstört, mit anderen zusammengefügt usw. Das heißt, es muss verglichen, Fehler erkannt und angemerkt, Stileigentümlichkeiten festgestellt werden. Zudem muss sich aus der Biographie ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit ergeben, wie auch umgekehrt: ist es möglich, dass ein Werk hier auftaucht bzw. wieso ist ein Werk in einem Codex aus dieser Gegend gefunden wurde. Auch im Buxheimer Orgelbuch fand sich ein Werk Dunstables.
Notenfaksimile Buxheimer Orgelbuch
Dunstables Bedeutung liegt vor allem darin, dass er den “Contenance angloise” genannten englischen Nationalstil, den vollen Klang mit konsonanten Harmonien, der Vorliebe zur Parallelbewegung von Terzen und Sexten, mit der kontinentalen Tradition verbunden hat. Die Digitale MGG schreibt dazu: “In der Musik Dunstables … lässt sich verfolgen, wie der kontrapunktische Satz systematisch von dissonanten Synkopen gereinigt wird und die strukturellen Dissonanzen auf den vorbereiteten Vorhalt beschränkt werden. Damit kommt Dunstable zu einem ‘pankonsonanten’ Stil, in dem die dissonante Synkope zum vorbereiteten Vorhalt umgeformt ist und in dem sich keine weiteren strukturellen Dissonanzen mehr finden …” Auch Tinctoris weist darauf hin, dass es in dieser neuen Musik keine Dissonanzen mehr gebe.
Darüber hinaus hat Dunstable, wie auch sein älterer Zeitgenosse Leonel Power, zur Entwicklung der zyklischen Tenormesse beigetragen, bei der sämtliche Sätze der Messe durch einen gemeinsamen, nicht zum Ordinarium gehörenden Cantus firmus verbunden sind.
Mit seinem Werk hatte er großen Einfluss auf kontinentale Musiker wie Dufay und Binchois sowie die ganze franko-flämische Schule. Er steht so am Übergang von der mittelalterlichen zur Rennaissancemusik. Die englische Wikipedia nennt Dunstable den wohl einflussreichsten englischen Komponisten aller Zeiten.
Quellen: Digitale MMG, engl. Wikipedia, sowie die Booklets der vorgestellten Cds.
Literatur: hinzuweisen ist auf Margarete Bent, die umfassend wiss. über die frühe engl. Musik und das Old Hall Ms. gearbeitet hat und auf deren Arbeiten sich viele Nachschlagewerke und CD Booklets beziehen.
s. Google, Margarete Bent
Von Dunstables Grabinschrift wird überliefert, dass er dort als “tua Musica princeps” bezeichnet wurde. Er war nicht nur als Musiker, sondern auch Astronom und Mathematiker, offensichtlich ein sehr gebildeter Mann.
Sein Name findet sich auch auf einer astronomischen Abhandlung: dies Buch gehört John Dunstable, Musiker des Duke of Bedford. Daraus lässt sich schließen, dass er in den Diensten von John of Lancaster, Duke of Bedford, stand.
Dieser Duke of Bedford war ein Sohn von König Henry IV. Nach dem Tod seines Bruders, des Königs Henry V., war er von 1423 bis zu seinem Tod 1435 Regent im besetzten Nordfrankreich. Es ist anzunehmen, dass auch Dunstable in seiner Begleitung längere Zeit auf dem Kontinent verbrachte.
Daneben und danach war Dunstable in Diensten der Königin Johanna von Navarra, Witwe von Henry IV, und vermutlich auch noch am Hof von Humphrey Duke of Gloucester, des jüngsten Sohns von Henry IV.
John Dunstable starb an Heiligabend 1453 in London.
http://www.bl.uk/onlinegallery/onlineex/…large17729.html
Notenfaksimile Veni sancte spiritus aus dem Old Hall Manuscript
Von den Werken Dunstables sind etwa 58 seiner geistlichen Werke erhalten, darunter 2 komplette Messen, Messteile, Motetten. Es gibt noch kein vollständiges Werkverzeichnis; zum Gedenkjahr 1953 wurde ein Werkverzeichnis in Angriff genommen, das jedoch durch spätere Funde, Zu- und Abschreibungen überholt ist.
Die Werke Dunstables sind fast vollständig in Manuskripten des europäischen Festlands überliefert, aus England ist nur eines aus dem Old Hall Manuskript bekannt. Auch aufgrund dieser Überlieferung ist ein Gesamtwerkverzeichnis schwer herzustellen. Die Werke wurden vielfach kopiert, mal mit mal ohne Komponistenangabe oder mal mit dem richtigen, mal mit dem falschen. Dann wurden Codices auseinandergenommen, umgebunden, zerstört, mit anderen zusammengefügt usw. Das heißt, es muss verglichen, Fehler erkannt und angemerkt, Stileigentümlichkeiten festgestellt werden. Zudem muss sich aus der Biographie ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit ergeben, wie auch umgekehrt: ist es möglich, dass ein Werk hier auftaucht bzw. wieso ist ein Werk in einem Codex aus dieser Gegend gefunden wurde. Auch im Buxheimer Orgelbuch fand sich ein Werk Dunstables.
Notenfaksimile Buxheimer Orgelbuch
Dunstables Bedeutung liegt vor allem darin, dass er den “Contenance angloise” genannten englischen Nationalstil, den vollen Klang mit konsonanten Harmonien, der Vorliebe zur Parallelbewegung von Terzen und Sexten, mit der kontinentalen Tradition verbunden hat. Die Digitale MGG schreibt dazu: “In der Musik Dunstables … lässt sich verfolgen, wie der kontrapunktische Satz systematisch von dissonanten Synkopen gereinigt wird und die strukturellen Dissonanzen auf den vorbereiteten Vorhalt beschränkt werden. Damit kommt Dunstable zu einem ‘pankonsonanten’ Stil, in dem die dissonante Synkope zum vorbereiteten Vorhalt umgeformt ist und in dem sich keine weiteren strukturellen Dissonanzen mehr finden …” Auch Tinctoris weist darauf hin, dass es in dieser neuen Musik keine Dissonanzen mehr gebe.
Darüber hinaus hat Dunstable, wie auch sein älterer Zeitgenosse Leonel Power, zur Entwicklung der zyklischen Tenormesse beigetragen, bei der sämtliche Sätze der Messe durch einen gemeinsamen, nicht zum Ordinarium gehörenden Cantus firmus verbunden sind.
Mit seinem Werk hatte er großen Einfluss auf kontinentale Musiker wie Dufay und Binchois sowie die ganze franko-flämische Schule. Er steht so am Übergang von der mittelalterlichen zur Rennaissancemusik. Die englische Wikipedia nennt Dunstable den wohl einflussreichsten englischen Komponisten aller Zeiten.
Quellen: Digitale MMG, engl. Wikipedia, sowie die Booklets der vorgestellten Cds.
Literatur: hinzuweisen ist auf Margarete Bent, die umfassend wiss. über die frühe engl. Musik und das Old Hall Ms. gearbeitet hat und auf deren Arbeiten sich viele Nachschlagewerke und CD Booklets beziehen.
s. Google, Margarete Bent