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Johannes Ockeghem, Kontrapunktvirtuose oder Mystiker?

Unbekannt Samstag, 20. Februar 2010, 09:52
Aus der Zeit der Frührenaissance tauchen die ersten überlebensgroßen Komponisten-Genies wie aus dem Nebel kommend auf. Nicht wissen wir, wo und wie sie geboren, wo und wie sie gestorben sind, die Lebensdaten tragen kaum zur überlieferten Musik bei. Über Johannes/Jean Ockeghem/Ockenhem/Ockengem wissen wir zumindest dass ihn sogar drei französische Könige (Karl VII., Ludwig XI., Karl VIII.) bevorzugt und mit Gaben und Benefizien überhäuft haben, das er Schatzmeister der Kirche Saint-Martin in Tours wurde, dass er auch diplomatische Funktionen für seine Herren übernahm. Was sagt das aber über seine Musik aus?
Vielleicht kommt man schon der Sache näher, wenn man erfährt, dass einer seiner dreistimmigen Chansons - ein Kanon - so beliebt war, dass es in fast allen musiktheoretischem Werk des 16. Jh.-s zitiert wird, und als Intarsie (!) sogar die Wände im Palast des mantovanischen Fürsten, das Arbeitszimmer von Isabella d'Este zierte.
Oder dass Josquin nach dem Tod Ockeghems eine seiner schönsten Stücke, die Deploration sur les morts de Jean Ockeghem "Nymphes des bois" verfasst hat - was vermuten lässt, dass er sich als Schüler des verstorbenen Meisters sah.

Was zeichnet nun seine Musik aus?
Da stockt der Atem. Das erste was mir einfällt ist: Phantasie. Unbegrenzte musikalische Phantasie. Wie Luther später so schön über Josquin sagte, trifft auch für seinen Meister: er war der Tönen Meister.

Er hatte offensichtlich eine Freude daran sich vor schier unmöglichen Herausforderungen zu stellen: eine Messe komplett als Mensurationskanon zu verfassen, oder eine die in allen Modi singbar ist, oder einen Kanon zu 36 Stimmen... für die Zeit noch erstaunlicher sind aber seine Stücke - neben Chansons auch Motetten und sogar ganze Messen (!) - die ohne präexistentes Material (cantus firmus) komponiert worden sind.

Noch wichtiger aber, dass er dabei doch immer unglaublich rührende, tiefe und bezaubernd schöne Musik komponiert hat. Eine Musik, die - vielleicht noch stärker, als bei anderen frühen Komponisten - oft zum inneren Einkehr, zum Schauen metaphysischen Begebenheiten verleitet. Vielleicht auch deshalb wurde in seiner Musik oft etwas "gotisches" Vermutet, oder versucht Verbindungen zu Mystiker seiner Zeit herzustellen.

Interessant, dass es immer die großen Kontrapunktiker es sind, die in Regionen der Seele des Menschen vorzustoßen scheinen, die schon an dem Göttlichen grenzen...


Ich hoffe damit konnte ich euch zu einem Gespräch über diesen "Renaissance-Bach" ( ;) ) anregen...
Unbekannt Samstag, 20. Februar 2010, 10:22
Eines der verblüffendtsen Werke - nicht nur der Renaissance, sondern der ganzen Musikgeschichte ist diese Messe Ockeghems, in ihrer Komplexität nur an Bachs Kunst der Fuge vergleichbar, aber womöglich noch diese übertreffend.

"Prolatio" war ein anderes Wort für "Mensuration" - die Musik der Renaissance zählte ja nicht die takte, sondern gab mit Schlüsseln vor, wie viele Breves in eine Longa passen, wie viele Semibreves in einen Brevis, usw (die Minima haben dabei immer den gleichen Wert). Die Missa Prolationum baut sich aus zwei zweistimmigen Kanons auf, wobei comes und dux anders mensuriert sind, deshalb eine andere Geschwindigkeit haben (man denkt da unwillkürlich auf das "Phasing" von Steve Reich), deshalb auch wenn sie gleich ansetzen, eine Polyphonie schon beim ersten Takt entsteht. (Wie gesagt, davon gibt's zwei verschiedene übereinander!!) Wenn das nicht reichen würde: Satz für Satz erhöht sich die Entfernung von dux und comes, von Unisono in der Kyrie I bis zur Decima in der Osanna.

An Aufnahmen kenne ich etliche, am Besten gefällt mir aber noch immer die:

Betörend schön gesungen, man wird den kanonischen Künsten kaum gewahr so sehr verzaubert der wundervolle Klang der Musik.
:jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: + :love:


Auch sehr schön, vielleicht hier und da ein wenig schnell für mich.
:jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


Die ist eine alte Aufnahme, nicht schlecht für die Zeit, aber ein wenig schwerfällig.
:jubel: :jubel: :jubel:
Unbekannt Sonntag, 21. Februar 2010, 16:51
Ich liebe Ockeghem und die niederländische Musik sehr, die Musik und die Musiker standen in dieser Zeit auf einem sehr hohen Niveau und haben ganz Europa beeinflusst. Ockeghem hat sehr viel Anerkennung erfahren, nicht nur bei den Musikerkollegen, sondern auch bei den französischen Königen, in deren Dienst er stand.

Ich habe diese CDs:

Johannes Ockeghem: Missa De plus en plus; Missa Au travail suis u.a. The Tallis Scholars, directed by Peter Phillips, 1997.
(Gimell 454 935-2 -Leider habe ich das Cover dieser CD nicht gefunden, nur dieses von einer anderen CD):








Ausserdem finde ich diese Zusammenstellung von Kompositionen flämischer Musiker des 15. und 16. Jahrhunderts sehr gut gelungen:






Nach dem Buch: Ignace Bossuyt: Die Kunst der Polyphonie. Die flämische Musik von Guillaume Dufay bis Orlando di Lasso. Atlantis Musikbuch-Verl. - zu einem vernünftigen Preis - habe ich bisher vergebens gesucht. Da ich häufig in Damme, dem Antiquariatsdorf Flanderns bin, klappere ich da immer mal wieder die Antiquariate nach der niederländischen Fassung ab. Vielleicht hab ich ja mal Glück!

lg vom eifelplatz, Chris
Unbekannt Sonntag, 21. Februar 2010, 17:06
Johannes Ockeghem: Missa De plus en plus; Missa Au travail suis u.a. The Tallis Scholars, directed by Peter Phillips, 1997.




Bei Amazon gibt's sie noch... eine wundervolle Platte: die Missa Au travail suis ist einer meiner Lieblinge!

LG
Tamás
Unbekannt Dienstag, 2. März 2010, 21:08
Hallo,

Ockeghem - einer der ganz Großen der Musikgeschichte! :jubel: :jubel: :jubel:

Bislang habe ich aber nur wenige Werke kennengelernt, nehme mir schon einige Zeit vor, das zu ändern.
Alle drei größeren Kompositionen, die ich kenne, Requiem, Missa Prolationum und Missa Cuiusvis Toni, haben mich wirklich begeistert und gehören IMO zu Eckpfeilern ihrer Gattungen (das Requiem hat ohnehin als ältestes erhaltnes einen besonderen Stellenwert).
Wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich näher auf die Werke eingehen.

Viele Grüße,
Martin.
Unbekannt Sonntag, 14. März 2010, 22:01
Hallo,

Ockeghems Vertonung der Missa pro defunctis entstand entweder zum Tode Karls VII. 1461 oder zum Tode Ludwigs XI. 1483. Es ist die älteste überlieferte polyphone Vertonung der Totenmesse. Vermutlich ist die Missa pro defunctis von Guillaume Dufay (ebenfalls schwer datierbar) älter; doch sie ist verschollen.

Ockeghems Requiem besteht aus folgenden fünf Abschnitten: Introitus (Requiem aeternam), Kyrie, Graduale (Si ambulem), Tractus (Sicut servus), Offertorium (Domine Jesu Christe). Da Sanctus, Agnus Dei und Lux aeterna fehlen, gilt das Requiem als unvollendet. Möglicherweise sind diese Teile auch verschollen. Jedenfalls fehlen sie in der einzigen zeitgenössischen Quelle, dem Chigi Codex.
Die heute ungewöhnlich scheinenden liturgischen Texte für Graduale und Tractus wurden nach dem Trienter Konzil (1545) nicht mehr für Totenmessen verwendet.

Die Missa pro defunctis zählt nicht zu Ockeghems progressivsten Werken. Die Stimmenzahl ist mit zwei bis vier eher gering, und in den dreistimmigen Passagen (z.B. im Kyrie) verwendete er die archaisch wirkende sog. Fauxbourdon-Technik, die hauptsächlich in der Generation Dufay-Binchois-Brassart Verwendung fand. Die gregorianische Originalmelodie ist in allen Teilen des Werkes stets in der Obestimme präsent, oft unverändert. Im Offertorium ist die kontrapunktische Komplexität am größten.

Als "Ur-Reqiem" hat das Werk einen hohen Stellenwert in der Musikgeschichte. Ein Kennenlernen dieses herben, strengen und vergleichsweise schlichten Werks Ockeghems ist auf jeden Fall lohnend. Von den zwei mir bekannten Aufnahmen möchte ich die des Ensemble Organum empfehlen. Hier wurden die drei fehlenden Requiem-Teile ergänzt (Agnus Dei gregorianisch, Sanctus und Communio durch Kompositionen von Antonius Divitis) und noch zusätzliche gregorianische Abschnitte eingeschoben.



Viele Grüße,
Martin.
Unbekannt Freitag, 9. April 2010, 20:51
Wie anderswo schon erwähnt gibt es mitunter die beiden Ockeghem CDs des Hilliard Ensembles jetzt als Doppelpack ganz günstig:

(obwohl auf prestoclassical 3 Euro weniger)


Unbedingt empfehlenswert ist die Referenzaufnahme der Missa cuiusvis toni, die diese in allen Kirchentonarten singbare messe in vier Varianten gibt.



Weiter hörenswert ist die - sagen wir's so - ungewöhnliche Interpreation von Missa Caput durch Graidelavoix (erinnert an die Aufnahme der Messe Nostre Dame mit Ensemble Organum...)



LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 25. April 2010, 13:01
Eines der schönsten und ergreifendsten Stücke Ockeghems ist das Chanson "Mort tu as navre" ein Trauergesang über den Tod von Binchois. Die Komposition hat eigentlich mehrere archaisierende Züge, dennoch ist sie so frisch, und so aussagestark, dass sie dennoch etwas modernes an sich hat.
Die viertstimmige Komposition ist in zwei "Chören" angelegt: die unteren drei Stimmen intonieren ein "Miserere, pie jesu Domine" in homophon anmutendem langsamen Schritten, wozu sich einige "Takte" später (eigentlich gibt's ja in dieser Musik keine Takte) der Superius mit einer breit angelegten Melodie mit dem französischen Chansontext gesellt.

Siehe die Noten dazu hier:
http://www2.cpdl.org/wiki/index.php/Mort_tu_as_navrè_de_ton_dart_(Lamentation_auf_Binchois)_(Johannes_Ockeghem)


Ich kenne mehrere Aufnahmen:

Ist nicht so gut: die Stimmen sind zu homogen die beiden Texte lassen sich schwer unterscheiden.


Eine mit Instrumenten "aufgepumpte" Version: wunderschön! Das dreistimmige Miserere wird am Anfang auch von der höchsten Stimme losgelöst gesungen.


Für mich die beste Aufnahme: durchwegs in Vokalbesetzung, sehr transparent, dennoch auf eine rauhe Weise: die Stimmen sind ganz und garnicht homogen, sondern sehr individual, so kann man sie leicht verfolgen. Höchste Note!
Unbekannt Mittwoch, 8. September 2010, 22:25
Eines der schönsten und ergreifendsten Stücke Ockeghems ist das Chanson "Mort tu as navre" ein Trauergesang über den Tod von Binchois. Die Komposition hat eigentlich mehrere archaisierende Züge, dennoch ist sie so frisch, und so aussagestark, dass sie dennoch etwas modernes an sich hat.
Die viertstimmige Komposition ist in zwei "Chören" angelegt: die unteren drei Stimmen intonieren ein "Miserere, pie jesu Domine" in homophon anmutendem langsamen Schritten, wozu sich einige "Takte" später (eigentlich gibt's ja in dieser Musik keine Takte) der Superius mit einer breit angelegten Melodie mit dem französischen Chansontext gesellt.


Für mich die beste Aufnahme: durchwegs in Vokalbesetzung, sehr transparent, dennoch auf eine rauhe Weise: die Stimmen sind ganz und garnicht homogen, sondern sehr individual, so kann man sie leicht verfolgen. Höchste Note!


Die Deploration sur la mort de Binchois habe ich mir eben in dieser Aufnahme gehört. Ein bißchen verrückt ist diese Art der Interpretation ja schon (mehr dazu im Binchois-thread), aber absolut faszinierend. Das Werk selbst ist sehr berührend und eine großartige Reverenz an den alten Meister Binchois.
Das den Chansontext überlagernde Miserere hat allerdings nicht den üblichen Text des gleichnamigen Bußpsalms, sondern eine eigene (?) Zusammenstellung Ockeghems. Der Text des Cantus firmus ist leider weder im Booklet abgedruckt noch auf der oben verlinkten Choral-Wiki-Seite, aber dafür hier


Ein ähnlich beeindruckendes "Einzelstück" Ockeghems ist das bis zu 36-stimmige (!) Deo gratias, ein im Prinzip einfach aufgebauter Kanon, der aber durch die besonders vielen Stimmen ein "kanonisches Spectaculum" (Paul van Nevel) wird. Das Stimmengeflecht verebbt immer wieder, und nach einer Zäsur geht es mit gesteigerter Stimmenzahl weiter (erst 9, dann 18, dann 27, dann alle 36).
Hören kann man das auf dieser unverzichtbaren CD.

Viele Grüße,
Martin.
Unbekannt Montag, 20. September 2010, 20:41
Hallo,

nun noch ein interessantes Detail zur Deploration, das möglicherweise überraschende biographische Schlüsse zuläßt: Ockeghem verwendet als musikalisches Material die Melodie eines Chansons von Binchois, den dieser noch in seiner Zeit in Mons (also vor 1424) komponiert hatte. Daraus folgern einige, daß Ockeghem Binchois bereits damals gekannt haben könnte (Ockeghems Heimatort Saint-Ghislain ist ganz in der Nähe von Mons). Um den Musiker Binchois bewußt wahrzunehmen, müßte Ockeghem aber bereits ein gewisses Alter gehabt haben, sagen wir 15 Jahre. Das hieße aber, daß er sogar noch vor 1410 geboren sein müßte (und das wiederum, daß er an die 90 Jahre alt wurde)! Dagegen spricht, daß Ockeghem in überlieferten Dokumenten erst 1443 in Antwerpen "auftaucht" - aber angesichts der Quellenlage aus dieser Zeit wäre es durchaus möglich, daß er da schon über 30 Jahre "undokumentiert" gelebt hatte. Seine im Vergleich zu Binchois und Dufay späte Einflußnahme auf die Musikgeschichte machen Ockeghem aber ungeachtet seines Alters zu einem Komponisten der sog. "2. frankoflämischen Generation".

Viele Grüße,
Martin.
Unbekannt Dienstag, 21. September 2010, 09:27
Um den Musiker Binchois bewußt wahrzunehmen, müßte Ockeghem aber bereits ein gewisses Alter gehabt haben, sagen wir 15 Jahre. Das hieße aber, daß er sogar noch vor 1410 geboren sein müßte

Das muss nicht unbedingt sein. 18 Jahre alt war Lasso schon Kapellmeister an der Capella Sistina um nur ein Beispiel der frühen Reife zu nennen. Er hätte also ebenso gut um die 8-9 Jahre alt gewesen sein, als er mit Binchois traf. Damit kann man sein Geburtsdatum etwas später ansetzen. (um 1415 vielleicht?).

LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Dienstag, 28. September 2010, 10:04


Ist nicht so gut: die Stimmen sind zu homogen die beiden Texte lassen sich schwer unterscheiden.

Diese CD ist jetzt von Brillant Classic wieder aufgelegt worden und sieht nun so aus:



Hiereine aktuelle Rezension von klassik.com

Gruß, Carola
Unbekannt Sonntag, 5. Dezember 2010, 20:55
Hallo,

der Titel von Ockeghems Missa cuiusvis toni (zugleich eine seiner bekanntesten und kürzesten Messevertonungen) ist in etwa mit "auf jede Weise" bzw. "in jeder Tonart" zu übersetzen. Ockeghem gelang hier das Kunststück, die Noten so zu setzen, daß verschiedene musikalische Realisierungen möglich sind: Wird als Beginn die Note D gewählt, dann wird die Messe in der dorischen Tonart gesungen. Ein Beginn auf E führt zu einer Messe in der phrygischen Tonart usw.
Es gibt verschiedene Spekulationen darüber, was Ockeghem veranlaßt haben könnte, eine solche Messe zu komponieren. Eine besagt, daß er als langjähriger Leiter (1454-1497) der königlichen Kapelle diese Messe als Prüfungsstück für angehende Chormitglieder verwendet hätte, um deren Fähigkeiten im Umgang mit verschiedenen Notationen bzw. Tonarten zu prüfen. Oder aber die Missa cuiusvis toni könne als Beispiel für die intellektuellen Konstruktionen dienen, die Ockeghem bisweilen in seiner Musik verwirklichte.
Jenseits aller Raffinesse in der Tonsetzung ist es freilich der wunderbare Klang der Messe, die sie zu einem herausragenden Meisterwerk unter den Renaissancemessen macht. Durch die relativ kurze, stets fortschreitende Vertonung der Silben des Messetexts ist die Messe insgesamt relativ kurz, wirkt direkt, kompakt und gut durchhörbar (was das Textverständnis betrifft). Die Messesätze fangen jeweils zweistimmig an, bevor die anderen beiden Stimmen einsetzen. Es gibt zwischendurch aber einige sehr schlichte, fast homophon wirkende Passagen (z.B. das "Qui tollis" im Gloria).
Ich besitze zwei Aufnahmen der Messe. Von diesen ist die mit der Clerks' Group die am weiten bessere:



Ganz hervorragend gesungen - so klingt die Messe so wunderschön, wie sie klingen sollte. Edward Wickham entschied sich für die Wiedergabe in der phrygischen Tonart, im Booklet als Ockeghems "Erkennungstonart" tituliert. Zusätzlich werden Kyrie und Agnus Dei auch myxolydisch gesungen, so daß man einen Eindruck des Klangunterschieds bekommt, wenn die Messe in einer anderen Tonart gesungen wird (nach heutigen Begriffen ein Unterschied von Moll vs. Dur).
Die Aufnahme der Schola Cantorum Stuttgart kann ich nicht empfehlen, die klingt zu dumpf und verwaschen.
@Tamas: Kennst Du die Aufnahme der Clerks' Group? Wenn ja, inwiefern ziehst Du die Aufnahme des Ensemble Musica Nova (mir unbekannt) vor?

Viele Grüße,
Martin.
Unbekannt Sonntag, 5. Dezember 2010, 22:44
Kennst Du die Aufnahme der Clerks' Group? Wenn ja, inwiefern ziehst Du die Aufnahme des Ensemble Musica Nova (mir unbekannt) vor?

Ja, ich habe beide. Musica Nova bietet die Messe in allen 4 Tonarten auf 2 CDs. Ich werde mal morgen* die beiden Interpretationen vergleichen, aber die MN-Einspielung hat mit gut gefallen.

LG
Tamás
:wink:

EDIT:
* wie es aussieht, komme ich nur am Freitag dazu... :shame:
Unbekannt Montag, 6. Dezember 2010, 21:57
Da bin ich mal gespannt, wie das klingt, wenn man einen "Notentext" durch mehrere Tonarten jagt. Ich hatte da auch von der CD mit der Clerks-Group mehr erwartet, man muss ja öfter das gleiche Stück in verschiedenen Tonarten hören können, um zu vergleichen. Ich sehe schon, was meine nächste Bestellung beim Hoflieferanten sein wird ... paar hundert CDs mit der Musik vor 1600 - aber immer noch keinen Wagner.

lg vom eifelplatz, Chris.