Unbekannt
Samstag, 30. Oktober 2010, 18:33
Das Geburtsdatum von Johann Rosenmüller wird für gewöhnlich mit dem 24.8.1617 angegeben, es gibt aber auch Quellen, die seine Geburt später datieren (1619). Sicher ist, dass er im Vogtland geboren wurde, wahrscheinlich in Oelsnitz. Dort besuchte er jedenfalls die Lateinschule. Danach studierte er ab etwa 1640 an der theologischen Fakultät in Leipzig und nahm parallel Musikunterricht beim Thomaskantor Tobias Michael. Nach und nach etablierte sich Rosenmüller in der Leipziger Musikszene.
1642 wurde Leipzig von den Schweden besetzt, und es herrschte Ausnahmezustand. Nach dem Waffenstillstand zwischen Sachsen und Schweden von 1645 beruhigte sich die Lage in Leipzig und Umgebung. In der Folgezeit blühte auch das Musik(er)leben der Stadt wieder auf, und viele weltliche und geistliche Kompositionen entstanden. Der Komponist, dessen Rang und Name in dieser Zeit in Leipzig ganz besonders aufstieg, war Johann Rosenmüller. Bereits 1645 fiel Heinrich Schütz bei einem Besuch in Leipzig das erste veröffentlichte Werk Rosenmüllers, „Paduanen mit drey Stimmen“, positiv auf – sein ausdrückliches Lob ist überliefert. Später unterstützte Schütz den Druck von Werksammlungen Rosenmüllers (1648 und 1652), indem er ihm sein privates Papier zur Verfügung stellte (Rosenmüller musste damals ohne die Unterstützung von Mäzenen auskommen).
Rosenmüller nutze die politisch ruhigeren Verhältnisse für eine Reise nach Italien (insbesondere Venedig) im Winter 1645/46 (andere Quellen sprechen vom vorausgegangenen Winter). Die musikalischen Eindrücke, die er jenseits der Alpen erhielt, sollten von nun an sein Musikschaffen prägen. Durch den Dreißigjährigen Krieg bedingt war jahrzehntelang keine neue Musik aus Italien (wo damals sozusagen die musikalische Avantgarde tätig war) nach Mitteldeutschland gekommen. Und was Rosenmüller schließlich von dort mitbrachte, führte zu einer kleinen Kulturrevolution. Denn solche Musik, wie er sie aus Italien mitbrachte und alsbald selber komponierte, hatte man weit und breit noch nie gehört.
Insbesondere an den großen kirchlichen Festtagen führte Rosenmüller in der Paulinerkirche Konzerte in venezianischen Dimensionen auf: großbesetzte Vokalpartien mit imposanten Tutti und kunstvollen virtuosen und polyphonen Passagen sowie abwechslungsreiche instrumentale Zwischenspiele. Solche Konzerte waren in deutschen Landen zunächst einmalig, jedoch fand Rosenmüller bereits bald Nachahmer.
Bedeutung und Anerkennung Rosenmüllers stiegen bis 1655 beständig an. Er engagierte sich im studentischen „Collegium musicum“, das er bei der Aufführung eigener Werke auch selbst leitete. An der Thomaskirche z.B. durchlief er diverse Ämter („Collaborator“ und „Baccalaureus funerum“, später auch – ebenso wie in der Nikolaikirche – Organist). Zudem vertrat er immer wieder den Thomaskantor Tobias Michael, da dieser krankheitsbedingt häufiger sein Amt nicht ausüben konnte. Schließlich sicherte ihm 1653 der Rat der Stadt Leipzig schriftlich die Nachfolge Michaels als Thomaskantor zu.
Auch in Dresden wollte man Rosenmüller als Kreuzkantor haben, da eine qualificirtere Persohn in dirigirung des Musicalischen Chors, componiren und andern, was zu eines Cantoris Ambt gehörig schwerlich in Leipzigk, Dresden und andernorts finden würde. Rosenmüller lehnte allerdings ab.
Allerdings übernahm er 1654 pro forma die Leitung der Musik am fürstlichen Hof in Altenburg, ohne sich aber aus Leipzig zurückzuziehen.
1655 allerdings ging seine Karriere in Leipzig (bzw. in ganz Deutschland) abrupt zu Ende.
1642 wurde Leipzig von den Schweden besetzt, und es herrschte Ausnahmezustand. Nach dem Waffenstillstand zwischen Sachsen und Schweden von 1645 beruhigte sich die Lage in Leipzig und Umgebung. In der Folgezeit blühte auch das Musik(er)leben der Stadt wieder auf, und viele weltliche und geistliche Kompositionen entstanden. Der Komponist, dessen Rang und Name in dieser Zeit in Leipzig ganz besonders aufstieg, war Johann Rosenmüller. Bereits 1645 fiel Heinrich Schütz bei einem Besuch in Leipzig das erste veröffentlichte Werk Rosenmüllers, „Paduanen mit drey Stimmen“, positiv auf – sein ausdrückliches Lob ist überliefert. Später unterstützte Schütz den Druck von Werksammlungen Rosenmüllers (1648 und 1652), indem er ihm sein privates Papier zur Verfügung stellte (Rosenmüller musste damals ohne die Unterstützung von Mäzenen auskommen).
Rosenmüller nutze die politisch ruhigeren Verhältnisse für eine Reise nach Italien (insbesondere Venedig) im Winter 1645/46 (andere Quellen sprechen vom vorausgegangenen Winter). Die musikalischen Eindrücke, die er jenseits der Alpen erhielt, sollten von nun an sein Musikschaffen prägen. Durch den Dreißigjährigen Krieg bedingt war jahrzehntelang keine neue Musik aus Italien (wo damals sozusagen die musikalische Avantgarde tätig war) nach Mitteldeutschland gekommen. Und was Rosenmüller schließlich von dort mitbrachte, führte zu einer kleinen Kulturrevolution. Denn solche Musik, wie er sie aus Italien mitbrachte und alsbald selber komponierte, hatte man weit und breit noch nie gehört.
Insbesondere an den großen kirchlichen Festtagen führte Rosenmüller in der Paulinerkirche Konzerte in venezianischen Dimensionen auf: großbesetzte Vokalpartien mit imposanten Tutti und kunstvollen virtuosen und polyphonen Passagen sowie abwechslungsreiche instrumentale Zwischenspiele. Solche Konzerte waren in deutschen Landen zunächst einmalig, jedoch fand Rosenmüller bereits bald Nachahmer.
Bedeutung und Anerkennung Rosenmüllers stiegen bis 1655 beständig an. Er engagierte sich im studentischen „Collegium musicum“, das er bei der Aufführung eigener Werke auch selbst leitete. An der Thomaskirche z.B. durchlief er diverse Ämter („Collaborator“ und „Baccalaureus funerum“, später auch – ebenso wie in der Nikolaikirche – Organist). Zudem vertrat er immer wieder den Thomaskantor Tobias Michael, da dieser krankheitsbedingt häufiger sein Amt nicht ausüben konnte. Schließlich sicherte ihm 1653 der Rat der Stadt Leipzig schriftlich die Nachfolge Michaels als Thomaskantor zu.
Auch in Dresden wollte man Rosenmüller als Kreuzkantor haben, da eine qualificirtere Persohn in dirigirung des Musicalischen Chors, componiren und andern, was zu eines Cantoris Ambt gehörig schwerlich in Leipzigk, Dresden und andernorts finden würde. Rosenmüller lehnte allerdings ab.
Allerdings übernahm er 1654 pro forma die Leitung der Musik am fürstlichen Hof in Altenburg, ohne sich aber aus Leipzig zurückzuziehen.
1655 allerdings ging seine Karriere in Leipzig (bzw. in ganz Deutschland) abrupt zu Ende.