Unbekannt
Dienstag, 8. Dezember 2009, 22:52
Johann Gottlieb Grauns Geburtsdatum ist nicht genau bekannt; nach dem Alter bei seinem Tode muß er 1702 oder 1703 geboren sein. Wo es war, weiß man: im sächsischen Wahrenbrück. Seine Ausbildung erhielt er an der legendären Dresdner Kreuzschule, wo er auch im Chor sang. Violinunterricht erhielt er bei niemand geringerem als Johann Georg Pisendel, dem wohl besten deutschen Geiger seiner Generation, nach dem Tode Volumiers Konzertmeister in Dresden. Nach der Biografie in Gerbers Lexicon der Tonkünstler soll das Graun nicht genug gewesen sein, weshalb er zur Vervollkommnung seiner Künste nach Italien reiste; er soll ein paar Monate bei Tartini in Padua studiert haben. Tatsächlich fand der Unterricht in Wien statt: Graun war wie viele andere Dresdner Musiker, zur Aufführung von Johann Joseph Fux' Oper Constanza e fortezza unter Caldaras Leitung anläßlich der Krönung Karls VI. 1723 nach Prag gereist - Zelenka, Weiss, Quantz und Bruder Carl Heinrich (als Cellist) waren mit von der Partie. Tartini war ebenfalls anwesend, und blieb anschließend für ein halbes Jahr in den Diensten des Grafen Kinsky in Wien - Graun blieb auch, um Unterricht zu nehmen. nach seiner Rückkehr nach Dresden setzte Graun seinen Unterricht bei Pisendel fort und wandte sich auch wieder dessen Stil zu, angeblich um sein Dresdner Publikum wiederzugewinnen, sagte eine zeitgenössische Ankedote ...
Seine erste Stelle hatte er 1726 am herzoglichen Hof in Merseburg; sein Ruf muß bereits ausgezeichnet gewesen sein, denn Johann Sebastian Bach schickte nach einem Besuch in Merseburg im Juni 1726 seinen Ältesten Wilhelm Friedemann zu ihm fürs Violinstudium, und nicht zu Pisendel nach Dresden - eine Empfehlung des letzteren mag im Spiel gewesen sein, zumindest dürfte Bach Graun bereits in Dresden kennen gelernt haben ... 1731 wurde Graun Konzertdirektor des Fürsten Waldeck in Arolsen, ein Jahr später wurde er vom Kronprinzen von Preußen nach Ruppin berufen, wo er das Orchester bei den Hofkonzerten leitete, während sein Bruder Carl Heinrich neue Opern schrieb. Als Friedrich II. 1740 den Thron bestieg, wurde Johann Gottlieb Konzertmeister der königlichen Kapelle - diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1771.
Seine erste Stelle hatte er 1726 am herzoglichen Hof in Merseburg; sein Ruf muß bereits ausgezeichnet gewesen sein, denn Johann Sebastian Bach schickte nach einem Besuch in Merseburg im Juni 1726 seinen Ältesten Wilhelm Friedemann zu ihm fürs Violinstudium, und nicht zu Pisendel nach Dresden - eine Empfehlung des letzteren mag im Spiel gewesen sein, zumindest dürfte Bach Graun bereits in Dresden kennen gelernt haben ... 1731 wurde Graun Konzertdirektor des Fürsten Waldeck in Arolsen, ein Jahr später wurde er vom Kronprinzen von Preußen nach Ruppin berufen, wo er das Orchester bei den Hofkonzerten leitete, während sein Bruder Carl Heinrich neue Opern schrieb. Als Friedrich II. 1740 den Thron bestieg, wurde Johann Gottlieb Konzertmeister der königlichen Kapelle - diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1771.
) - deutlich angelehnt an den Dresdner Stil, aber galanter, und längst nicht so exaltiert wie die Bach-Jungs, und nicht ganz so kontrapunktisch ausgefeilt - aber sehr viel besserer und anspruchsvoller, was die Polyphonie angeht, als manche leichtergewichtige Komponisten des galanten Stils. Eine sehr nette CD, wirklich.