Unbekannt
Sonntag, 31. Januar 2010, 20:49
Hallo,
über Händels "Dixit Dominus" lohnt wahrscheinlich ein eigener thread, da hier sicher viele das Werk kennen, und es etliche Aufnahmen gibt.
Georg Friedrich Händel komponierte 1707 in Rom eine sehr ausführliche (in neun Nummern unterteilt, ca. 30-35 Minuten Länge) Vertonung des 110. Psalms (bzw. des 109. Psalms in der Vulgata)
Da im Eröffnungs- und Schlußsatz eine gregorianische Ostermelodie verwendet wird, geht man davon aus, daß Händels Dixit Dominus für den Ostersonntag 1707 komponiert wurde. Auch ein Kompositionsauftrag von Kardinal Colonna (mit Aufführung am 16.6.1707 im Rahmen einer Marienvesper) ist möglich. Das Autograph ist erhalten (als ältestes von Händel stammendes).
In dem grandiosen, wuchtigen Eröffnungssatz setzt der Chor nach einer kurzen orchestralen Einleitung ein, und nach und nach folgen auch alle Gesangssolisten (2 Soprane, Alt(us), Tenor, Baß). Es folgen zwei Arien (Alt, Sopran) und der Chorsatz "Juravit Dominus", in dem wuchtige, bedrohliche Passagen mit schnellen Fugati abwechseln. Der Satz verklingt mit einem stufenweisen Decrescendo quasi im Nichts, bevor der folgende Chorsatz (wieder kontrapunktisch) "Tu es sacerdos" beginnt. Im "Dominus a dextris" gibt es wieder einen Wechsel zwischen Chor und Solisten. Im dann folgenden "Judicabit" gibt es einen plötzlichen Bruch, wenn der Chor mit fast "brutalem" Staccato "Conquassabit capita" singt - sicherlich die kühnste Passage des Werkes. "De torrente" ist ein sanftes Sopran-Duett mit Chor. Im abschließenden "Gloria Patri" verwendet Händel Musik seiner Hamburger Oper "Almira". Es ist ein prächtiger Chorsatz mit großer Schlußfuge.
Zur Vorbereitung habe ich die Gardiner-Aufnahme gehört, die mir sehr gut gefällt. Ich werde aber noch meine andere Aufnahme (Hengelbrock, habe ich auch als sehr gut in Erinnerung) rauslegen und damit vergleichen.
Viele Grüße,
Martin.
über Händels "Dixit Dominus" lohnt wahrscheinlich ein eigener thread, da hier sicher viele das Werk kennen, und es etliche Aufnahmen gibt.
Georg Friedrich Händel komponierte 1707 in Rom eine sehr ausführliche (in neun Nummern unterteilt, ca. 30-35 Minuten Länge) Vertonung des 110. Psalms (bzw. des 109. Psalms in der Vulgata)
Da im Eröffnungs- und Schlußsatz eine gregorianische Ostermelodie verwendet wird, geht man davon aus, daß Händels Dixit Dominus für den Ostersonntag 1707 komponiert wurde. Auch ein Kompositionsauftrag von Kardinal Colonna (mit Aufführung am 16.6.1707 im Rahmen einer Marienvesper) ist möglich. Das Autograph ist erhalten (als ältestes von Händel stammendes).
In dem grandiosen, wuchtigen Eröffnungssatz setzt der Chor nach einer kurzen orchestralen Einleitung ein, und nach und nach folgen auch alle Gesangssolisten (2 Soprane, Alt(us), Tenor, Baß). Es folgen zwei Arien (Alt, Sopran) und der Chorsatz "Juravit Dominus", in dem wuchtige, bedrohliche Passagen mit schnellen Fugati abwechseln. Der Satz verklingt mit einem stufenweisen Decrescendo quasi im Nichts, bevor der folgende Chorsatz (wieder kontrapunktisch) "Tu es sacerdos" beginnt. Im "Dominus a dextris" gibt es wieder einen Wechsel zwischen Chor und Solisten. Im dann folgenden "Judicabit" gibt es einen plötzlichen Bruch, wenn der Chor mit fast "brutalem" Staccato "Conquassabit capita" singt - sicherlich die kühnste Passage des Werkes. "De torrente" ist ein sanftes Sopran-Duett mit Chor. Im abschließenden "Gloria Patri" verwendet Händel Musik seiner Hamburger Oper "Almira". Es ist ein prächtiger Chorsatz mit großer Schlußfuge.
Zur Vorbereitung habe ich die Gardiner-Aufnahme gehört, die mir sehr gut gefällt. Ich werde aber noch meine andere Aufnahme (Hengelbrock, habe ich auch als sehr gut in Erinnerung) rauslegen und damit vergleichen.
Viele Grüße,
Martin.