Unbekannt
Mittwoch, 3. März 2010, 00:01
Die Zeiten, in denen ein verdienstvoller Cembaloexperte - Frank Hubbard - die deutschen Cembali mit 16' Register mit ihren zahlreichen Registrierungsmöglichkeiten als "allgemeine deutsche Tendenz zur Verwechslung der Ästhetik des Orgelbaus und des Cembalobaus" bezeichnen konnte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Immer mehr Instumentenbauer fügen Cembali mit 16' Register ihrer Produktpalette hinzu, CD-Aufnahmen mit solchen Instrumenten häufen sich. Zeit, Bilanz zu ziehen ...
Im Verhältnis zu Instrumenten flämischer, französischer und italienischer Herkunft sind zahlenmäßig weniger Cembali deutscher Provenienz erhalten, was die Einschätzung seiner Bedeutung und Eiegnart erschwert. Auffällig ist die realtive Schmucklsoigkeit der großen Instrumente, sie sind furniert oder einfarbig lackiert - die aufwändigen Malereien dürften so manches flämische oder französische Instrument wegen des dekorativen Charakters vor der Zerstörung bewahrt haben. Was speziell das 16' Register angeht, zog Martin-Christian Schmidt 1999 Bilanz und listete folgende erhaltenen Instrumente auf:
Schmidt führt weitere 14 Erwähnungen solcher Cembali in Zeitungsannoncen und anderen Quellen an.
Quelle: Martin-Christian Schmidt: Der deutsche Cembalobau und das 16'-Register - Möglichkeiten und Grenzen der Realisierung. In: Das deutsche Cembalo. Symosium im Rahmen der 24. Tage Alter Musik in Herne 1999. München u. Salzburg: Katzbichler 2000, 53-67
Eine gewisse Verbreitung kann man dem 16' Register also kaum absprechen. Siegbert Rampe hat sich inzwischen ausführlich zur möglichen Rolle Johann Sebastian Bachs bei der Anregung zu dieser Bauweise geäußert (Bachs Orchestermusik, Kassel 2000) sowie zur Rolle in Händels Instrumenten (siehe hier und hier). Bach dürfte ein solches Cembalo von Zacharias Hildebrandt bei seinen Konzerten im Zimmermannschen Coffee-Haus in Leipzig benutzt haben.
Ich liste jetzt erst mal die mir bekannten CDs mit solchen Cembali auf, die nach und nach um detailliertere Kommentare ergänzt werden können, geordnet nach Instrumenten.
Im Verhältnis zu Instrumenten flämischer, französischer und italienischer Herkunft sind zahlenmäßig weniger Cembali deutscher Provenienz erhalten, was die Einschätzung seiner Bedeutung und Eiegnart erschwert. Auffällig ist die realtive Schmucklsoigkeit der großen Instrumente, sie sind furniert oder einfarbig lackiert - die aufwändigen Malereien dürften so manches flämische oder französische Instrument wegen des dekorativen Charakters vor der Zerstörung bewahrt haben. Was speziell das 16' Register angeht, zog Martin-Christian Schmidt 1999 Bilanz und listete folgende erhaltenen Instrumente auf:
- 2manualig von Hieronymus Albrecht Hass, Hamburg 1721
- 2manualig von Hieronymus Albrecht Hass, Hamburg 1734
- 3manualig von Hieronymus Albrecht Hass, Hamburg 1740
- 2manualig von Johann Albrecht Hass, Hamburg 1760
- 2manualig in Berlin, der Werkstatt Harras, Großbreitenbach in Thüringen zugeschrieben
- Cembalo mit Hammerflügel "Vis-à-vis" von Joahnn Andreas Stein, Augsburg 1777
Schmidt führt weitere 14 Erwähnungen solcher Cembali in Zeitungsannoncen und anderen Quellen an.
Quelle: Martin-Christian Schmidt: Der deutsche Cembalobau und das 16'-Register - Möglichkeiten und Grenzen der Realisierung. In: Das deutsche Cembalo. Symosium im Rahmen der 24. Tage Alter Musik in Herne 1999. München u. Salzburg: Katzbichler 2000, 53-67
Eine gewisse Verbreitung kann man dem 16' Register also kaum absprechen. Siegbert Rampe hat sich inzwischen ausführlich zur möglichen Rolle Johann Sebastian Bachs bei der Anregung zu dieser Bauweise geäußert (Bachs Orchestermusik, Kassel 2000) sowie zur Rolle in Händels Instrumenten (siehe hier und hier). Bach dürfte ein solches Cembalo von Zacharias Hildebrandt bei seinen Konzerten im Zimmermannschen Coffee-Haus in Leipzig benutzt haben.
Ich liste jetzt erst mal die mir bekannten CDs mit solchen Cembali auf, die nach und nach um detailliertere Kommentare ergänzt werden können, geordnet nach Instrumenten.
)
). Beim Cembalo hellt der 4' den Klang auf und wird so gut wie nie allein eingesetzt, während der 16' alles eine Oktav abstürzen lässt, ohne dass man das aus den Noten erkennen könnte. Wie man registriert, liegt beim Spieler.