Unbekannt
Freitag, 27. August 2010, 21:46
Über das Leben des Bernardo Storace wissen wir nur, was auf dem Titelblatt seines einzigen Musikdruckes steht, der 1664 in Venedig erschien:
Danach war er im Jahr des Erscheinens vicemaestro di capella beim Senat von Messina auf Sizilien. Die Musik seines Druckes weist aber mehr gemeinsame Stilmerkmale mit norditalienischen Komponisten auf als mit Vertretern der römisch-neapolitanischen Schule. Ob er ein Vorfahr der im 18. Jahrhundert in England lebenden Musiker mit Namen Storace ist, lässt sich nicht feststellen. Mit anderen Worten, die gemeinhin angegeben Lebensdaten sind reine Spekulation.
Die 29 Stücke der Sammlung sind von hoher Qualität und stellen so etwas wie ein Bindeglied zwischen den Kompositionen von Girolamo Frescobaldi (1583–1643) und Bernardo Pasquini (1637-1710) dar. Eines seiner zwei Ricercari verwendet ein Thema aus Frescobaldis Fiori musicali von 1635.
Wo Frescobaldi in seinen Partite keine zwei gleichen Takte schreibt, setzt Storace auf größere Formen und scheut nicht vor der Wiederholung von Abschnitten zurück, so ist seine Ciaccona ausgesprochen gesanglich und verwendet das gleiche melodische Motiv, dass schon hundert Jahre zuvor in Spanien auftaucht, schreibt also nicht nur seine eigenen Variationen über einen Bass. Auch die Follia verwendet er, die Romanesca, Spagnoletta, mit fast schon folkloristischem Anklang, aber sehr hohem claviertechnischen und kompositorischem Niveau. Am häufigsten hat er Passacagli geschrieben, alles in allem ca. 320 viertaktige Varianten über diesen absteigenden Tetrachord, was von erheblichem Erfindungsreichtum zeugt.
Selva
di varie composizioni
d'intavolatura
per
cimbalo ed organo

di varie composizioni
d'intavolatura
per
cimbalo ed organo
Danach war er im Jahr des Erscheinens vicemaestro di capella beim Senat von Messina auf Sizilien. Die Musik seines Druckes weist aber mehr gemeinsame Stilmerkmale mit norditalienischen Komponisten auf als mit Vertretern der römisch-neapolitanischen Schule. Ob er ein Vorfahr der im 18. Jahrhundert in England lebenden Musiker mit Namen Storace ist, lässt sich nicht feststellen. Mit anderen Worten, die gemeinhin angegeben Lebensdaten sind reine Spekulation.
Die 29 Stücke der Sammlung sind von hoher Qualität und stellen so etwas wie ein Bindeglied zwischen den Kompositionen von Girolamo Frescobaldi (1583–1643) und Bernardo Pasquini (1637-1710) dar. Eines seiner zwei Ricercari verwendet ein Thema aus Frescobaldis Fiori musicali von 1635.
Wo Frescobaldi in seinen Partite keine zwei gleichen Takte schreibt, setzt Storace auf größere Formen und scheut nicht vor der Wiederholung von Abschnitten zurück, so ist seine Ciaccona ausgesprochen gesanglich und verwendet das gleiche melodische Motiv, dass schon hundert Jahre zuvor in Spanien auftaucht, schreibt also nicht nur seine eigenen Variationen über einen Bass. Auch die Follia verwendet er, die Romanesca, Spagnoletta, mit fast schon folkloristischem Anklang, aber sehr hohem claviertechnischen und kompositorischem Niveau. Am häufigsten hat er Passacagli geschrieben, alles in allem ca. 320 viertaktige Varianten über diesen absteigenden Tetrachord, was von erheblichem Erfindungsreichtum zeugt.