Diese CD ist ein absolut vorbildliches Beispiel dafür, wie die optimale Zusammenarbeit von Musikwissenschaftler, Musiker und einem Plattenlabel aussehen kann.
Auf die Existenz eines gedruckten Op. 3 von Benedetto Marcello kann man eigentlich nur indirekt schließen, denn kein einziges gedrucktes Exemplar blieb erhalten - was bei der Popularität des Komponisten und dieser Sonaten eher verwunderlich ist, denn zahlreiche Abschriften einzelner Sonaten in unterschiedlicher Vollständigkeit finden sich über zig europäische Bibliotheken und Sammlungen verstreut. Der Musikwissenschaftler Alessandro Borin hat sich die mühevolle Arbeit gemacht, das Opus aus den vielen Manuskripten zu rekonstruieren. Der Cembalist
Roberto Lorregian hat sich die Noten aufs Cembalo gestellt und geübt - ein Nachbau nach Vorbildern eines der bedeutendsten italienischen Instrumentenbauer, Giusti - und das britische Label Chandos hat die Aufnahme organisiert, finanziert und auf seinem HIP-Label Chaconne veröffentlicht.
(wird fortgesetzt)