da muss für mich nicht noch ein Turbo drauf. Das hat schon etwas für sich, die Musik erst mal aus sich selbst und ihrem neu entdeckten Klang heraus wirken zu lassen.
Touché! Das ist eigentlich mein Spruch. Aber irgendwie muss es da noch was zwischen geben. "Zu keiner Zeit wurde langweilige Musik geschrieben..." und so.
Wahrscheinlich ist das einfach das Problem der modernen Instrumente, dass sich klangliche (und damit strukturelle) Klarheit und Extase ausschließen. Also,
entweder spielt man so wie Norrington in Stuttgart Pathetique,
oder man nimmt alte Instrumente. Aber beides gleichzeitig...?
Ich meine, die Richtung, in die sich die Instrumente dann entwickelt haben, zeigt umgekehrt vielleicht auch, wo die Musiker Handlungsbedarf sahen. Ich denke, die sind
auf ihren Instrumenten bis an die Grenze gegangen. So wie es ja auch der Sinn ist, wenn man Schubert Lieder auf Hammerflügel spielt, an die Grenze gehen zu können, ohne den Sänger zu überdecken.
Ich glaube, dass 2 Sachen manchmal ein bisschen vermischt werden: viele aufgeklärte Musiker haben sich heute eine sehr leichte, entschlackte Spielweise angewöhnt, um den Klang alter Instrumente auf einem modernen Pendant zu imitieren (z. B. bei Mozart Klavierkonzerten). Auf einem alten Instrument kann das manchmal "doppelt-gemoppelt" sein.
Außerdem sind ja alle die ganz alten Aufnahmen (zwischen den Kriegen) eben gerade
nicht langweilig.
Weiß nicht, 4. Tschaikowsky habe ich sonst glaube ich nur Mengelberg von ´29 oder ´30. Das ist halt auch sonst eigen. Man müsste mal eine schöne alte suchen.