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Arcangelo Corelli - Die Violinsonaten Opus 5

Unbekannt Samstag, 15. Januar 2011, 09:24
Arcangelo Corelli veröffentlichte seine 12 Violinsonaten Opus 5 im Jahre 1700 bei Gasparo Pietro Santa in Rom und datierte das Vorwort auf den 1. Januar.
Aufgrund von Aussagen einiger Zeitgenossen kann man davon ausgehen, dass die Sonaten allerdings schon früher komponiert wurden; Corelli war Zeit seines Lebens darauf bedacht, nur ausgefeilte und beste Werke dem Druck und damit der Öffentlichkeit zu übergeben.
Dieses Kompendium von 6 Sonaten in der da chiesa-, 5 in der da camera-Form und einer (der letzten, La Follia) als Ostinatobasskomposition ist der preußischen Kurfürstin Sophie Charlotte von Hannover gewidmet, die zur damaligen Zeit als sehr musikliebend und -fördernd galt.

Mit seinem Opus 5 hat Corelli die Violinmusik um einen absoluten Meilenstein bereichert - praktisch alle folgenden Generationen von Violinisten in Italien im 18. Jahrhundert setzten sich mit ihm auseinander und bezogen sich direkt oder indirekt auf ihn. Bemerkenswert ist auch, dass das Werk seit der Erstveröffentlichung bis heute quasi durchgehend gedruckt wurde und erhältlich war - ungewöhnlich für einen Zeitraum von nunmehr 311 Jahren.

Wenn man Corelli mit italienischer Violinmusik vor ihm vergleicht, fällt auf dass bei ihm viel weniger Gewicht auf Virtuosität gelegt wird. Durchgehend - bis auf die Follia - sind die Stücke von mäßigem geigentechnischen Schwierigkeitsgrad, was auch dazu geführt hat, dass die Sammlung im 18. Jahrhundert vor allem als Schulwerk angesehen wurde. Während in den Violinsonaten von Lonati, seinem Kollegen und Konkurrenten in Rom, eine Fülle von virtuosen, effektreichen und schwierigen Passagen enthalten, legt Corelli vor allem Wert auf formale Ausgefeiltheit und Harmonik. Vor allem die Benutzung von auf- und absteigenden Sequenzen, in denen moduliert wird, aber durch Passagenwerk "verschleiert" werden und dadurch absolut organisch und logisch wirken, scheint für Corellis Kompositionsstil idiomatisch. Immer wieder herausgestellt wird auch seine Dissonanzbehandlung. Während seine Kollegen scharfe Dissonanzen vor allem affektgesteuert einsetzten, kommen sie bei Corelli affektunabhängig und damit weitaus öfter vor; sie dienen dazu, die Richtung der Musik voranzutreiben und somit den Fluss aufrechtzuerhalten.

Formal ist Corelli weniger innovativ. Die als da-chiesa-Sonaten bezeichneten Sonaten 1-6 sind noch im Stil der Sonaten des 17. Jahrhunderts gehalten; die einzelnen musikalischen Abschnitte folgen unmittelbar und mitweilen unsymmetrisch aufeinander, Peter Holman hat dies patchwork style getauft. Die da-camera-Sonaten sind Suiten, die auf ein Preludium mehrere Tanzsätze folgen lassen. Und mit der Follia bringt Corelli eine Hommage an seine italienischen Vorfahren; der Ostinatobass und die Geigenstimme liefern sich ein Duell aus Virtuosität; hier wird einem alten Prinzip ein hochstilisiertes und zugleich einzigartiges Denkmal gesetzt.

Unbekannt Samstag, 15. Januar 2011, 09:49
Die Sonaten von Corelli wurden nach der Erstausgabe zu Lebzeiten Corellis in ihrer Originalgestalt insgesamt 13 mal nachgedruckt, davon 3 mal in Italien, 2 mal in England, 5 mal in Holland und 4 mal in Frankreich.

Bereits 1710 allerdings brachte Estienne Roger in Amsterdam eine Ausgabe heraus, welche die langsamen Sätze der ersten sechs Sonaten mit einer zusätzlichen Violinstimme versieht, in welcher Verzierungen verzeichnet sind, angeblich "wie Corelli sie selbst spielt". Über die Bedeutung und Authentizität dieser Verzierungen ist viel geschrieben und gestritten worden; fest steht jedoch dass sie mit die wichtigste Quelle zur Verzierungspraxis im 18. Jahrundert darstellen. Diese Version wurde im 18. Jahrhundert noch zwei mal publiziert.

Vier Manuskripte, die Sonaten Corellis in mehr oder weniger ausufernder Form verzieren, sind bekannt: Tartini verzierte die Sonaten 1, 7 und 9 in einer Paduaner Handschrift; Dobourg schrieb Ornamente für Nr. 5, 7 und 11 in Paris; zwei anonyme Manuskripte verfolgen diese Praxis ebenfalls (Manchester, London).

Aufgrund der Popularität der Sonaten erscheint es nicht ungewöhnlich, dass die Werke als Grundlage für andere, paraphrasierende Kompositionen gebraucht wurden:
F. Veracini schrieb Dissertazioni sopra l'Opera Quinta del Corelli 1722, Geminiani setzte die zweistimmigen Kompositionen für Concerto Grosso aus; B. Platti tat dasselbe, und Tartini veröffentlichte 50 Variationen über die Gavotta aus der 10. Sonate als L'Arte del arco.

Im 19. Jahrhundert ist eine Edition von Friedrich Chrysander und Joseph Joachim nennenswert; sie veröffentlichten bei Augener & Co. gegen Ende der 1880er Jahre eine Ausgabe mit Klavierbegleitung.

Heute ist Corellis Opus Magnum in einigen zuverlässigen Urtextausgaben erhältlich (z. B. Wiener Urtext Edition, Hrsg. Reinhard Goebel); von großem Wert sind jedoch die beiden Faksimilefassungen; während SPES Editore den Druck von 1700 wiedergibt und im Anhang die verzierten Sätze im Kleindruck nachliefert, bietet Anne Fuzeau die Erstausgabe und Rogers Verzierungsfassung komplett in zwei Bänden, zu welchen noch eine umfangreiche Einführung und zwei Extrahefte mit Paraphrasierungen und Verzierungsfassungen aus oben genannten Manuskripten gehören.
Unbekannt Samstag, 15. Januar 2011, 10:15
...und jetzt gibt's die Coverbildchen... :D

Ich besitze folgende Aufnahmen:


Convivium
Elizabeth Wallfisch, Violine; Richard Tunnicliffe, Cello; Paul Nicholson, Orgel/Cembalo.
Hyperion Records, 1989
Eine ruhige, schöne, klangvolle Aufnahme mit Rogers Verzierungen - im Stimmton von 392 Hz. In den Kirchensonaten wird die Orgel eingesetzt, in den Kammersonaten das Cembalo.



Andrew Manze, Violine - Richard Egarr, Cembalo.
Harmonia Mundi USA, 2001
Für mich eine der allerschönsten CDs überhaupt. Manze und Egarr spielen als perfektes Duo, ohne Streichbass, und Manze improvisiert eigene Verzierungen, die mitunter noch ausladender sind als Rogers, aber sich nie aufdrängen. Die ganze Aufnahme umweht ein Geist von Improvisation und großer Freiheit, gepaart mit stillem Witz und blindem gegenseitigen Vertrauen; verrückt ist nur die Follia, aber die richtig. Ich kann die Aufnahme jedem empfehlen, der gerne barocke Violinsonaten hört - so macht man's und nicht anders, meiner Meinung nach.
Unbekannt Samstag, 15. Januar 2011, 13:54
Guten Tag
Aufgrund der Popularität der Sonaten erscheint es nicht ungewöhnlich, dass die Werke als Grundlage für andere, paraphrasierende Kompositionen gebraucht wurden:

Dazu steuere ich auch ein Coverbildchen bei :D

Auf dieser



CD hat Maurice Steger an der Blockflöte und Mitglieder von The English Concert abenteuerliche, hochvirtuose und virtuos verzierte Bearbeitungen der Corelli-Sonaten eingespielt.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Samstag, 15. Januar 2011, 16:10
Ich kenne die Aufnahme von Enrico Gatti:



Gatti spielt die langsamen Sätze ausgesprochen ruhig, mit einer sehr konzentrierten Grundhaltung, in fast meditativ-religiöser Andacht, gleichzeitig großer Klarheit, ohne jeden Hauch von Kitsch oder Übertreibung - so gut hatten mir Corelli-Sonaten noch nie gefallen!

Die Erstausgabe sah so aus:

Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 10:29
Guten Tag

Corellis op. 5 habe ich als Gesamteinspielung auf dieser



CD mit den Sonaten Nr. 1-6. mit Lucy van Dael, Barockvioline und Bob van Asperen, Orgel und Cembalo

und mit den Sonaten Op. 5,7-12 (inkl. "La Follia") auf dieser



CD. Hier spielt Francois Fernandez die Violine, Glen Wilson am Cembalo. Beide Einspielungen sind grundsolide, auf ein Cello im Bc. wird verzichtet.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 11:16
Guten Tag
Vier Manuskripte, die Sonaten Corellis in mehr oder weniger ausufernder Form verzieren, sind bekannt: [...]; Dobourg schrieb Ornamente für Nr. 5, 7 und 11 in Paris; zwei anonyme Manuskripte verfolgen diese Praxis ebenfalls (Manchester, London).

Eine Aufnahme verzierter Fassungen von Corellis op. 5, 7 - 12 von Komponisten und Instrumentalvirtuosen wie Matthew Dubourg, Francesco Maria Veracini, Giuseppe Tartini, William Babell, Michel Blavet oder Francesco Geminiani sowie aus dem "Manchester Manuskript" hat der junge Blockflötist Stefan Temmingh mit der Cembalistin Olga Watts unter dem Motto:

" Corelli a la Mode"

auf dieser



CD höchst virtuos eingespielt. Der Solopart der Violine wurde einer Blockflöte anvertraut. Schon 1980 hat Frans Brüggen (Blockflöte), Anner Bylsma (Cello) und Gustav Leonhardt Corellis op. 5 No. 7 - 12 auf dieser



Scheibe in einer Version mit Blockflöte satt Violine immer noch schön anhörbar eingespielt.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 12:03
Weiß jemand, wieso immer nur die Nr. 7-12 mit Blockflöte gespielt werden? Gibt es da zeitgenössische bearbeitungen gerade dieser Sonaten für das Instrument, oder nur, weil die da camera sind, und die Flöte vielleicht nicht in die Kirche passe, oder gibt's einen anderen Grund?

LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 12:17
Weiß jemand, wieso immer nur die Nr. 7-12 mit Blockflöte gespielt werden? Gibt es da zeitgenössische bearbeitungen gerade dieser Sonaten für das Instrument
So ist es. Wenn Du Näheres wissen möchtest, muss ich mal nachschlagen.

Hier noch eine weitere Aufnahme der Blockflötenbearbeitungen, diesmal ohne Interpretenfoto auf dem Cover :D



Opus 5 ist natürlich auch in dieser Box enthalten, die noch gar nicht erwähnt wurde:



Viele Grüße,
Andreas
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:01
Opus 5 ist natürlich auch in dieser Box enthalten, die noch gar nicht erwähnt wurde

Kennst du die Box? Wie würdest du diese Aufnahme einschatzen? Wer ist da der Solist überhaupt? Noch interessant: in welcher Continuo-Besetzung wird da gespielt?
(ich hab viele Fragen, ich weiß :D )

Danke!

LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:07
Andrew Manze, Violine - Richard Egarr, Cembalo.
Harmonia Mundi USA, 2001
Für mich eine der allerschönsten CDs überhaupt. Manze und Egarr spielen als perfektes Duo, ohne Streichbass, und Manze improvisiert eigene Verzierungen, die mitunter noch ausladender sind als Rogers, aber sich nie aufdrängen. Die ganze Aufnahme umweht ein Geist von Improvisation und großer Freiheit, gepaart mit stillem Witz und blindem gegenseitigen Vertrauen; verrückt ist nur die Follia, aber die richtig. Ich kann die Aufnahme jedem empfehlen, der gerne barocke Violinsonaten hört - so macht man's und nicht anders, meiner Meinung nach.
Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich kenne noch die Einspielung von Huggett:

De ich auch sehr gut finde: mit etwas größerem Continuo, lebhaft, auf Schönklang bedacht gespielt (wenn ich mich nicht täusche, mit den überlieferten Verzierungen). Die Referenzaufnahme bleibt für mich aber die mit Manze und Egarr. :yes: :thumbup:
Die ist übrigens auch in dieser Box enthalten:

(lohnt sich gut: auch die weiteren enthaltenen Aufnahmen sind hervorragend!)

LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:08
Kennst du die Box? Wie würdest du diese Aufnahme einschatzen? Wer ist da der Solist überhaupt? Noch interessant: in welcher Continuo-Besetzung wird da gespielt?
(ich hab viele Fragen, ich weiß :D )
Ich habe die Box - deswegen antworte ich jetzt einfach mal...

Es spielen Rémy Baudet (Konzertmeister von Brüggens Orchester), Sayuri Yamagata (Violine II), Jaap ter Linden und Albert Brüggen(Cello/Gambe), Mike Fentross (Laute), Pieter-Jan Belder (Cembalo/Orschl) und andere.
Die Concerti Grossi spielt das Ensemble Musica Amphion. Wegen des günstigen Preises kann man die Box schon empfehlen, aber es gibt fast für jeden Opus Alternativaufnahmen, die ich besser finde - die Aufnahmen sind keineswegs schlecht, einfach nur etwas unspektakulös.
Ach ja: die Continuobesetzung ist standardmäßig und leider undifferenziert Cello/Gambe, Laute und Cembalo/Orgel.
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:19
Ich habe die Box - deswegen antworte ich jetzt einfach mal...
Bitte-bitte! :yes: :thumbsup:


Es spielen Rémy Baudet (Konzertmeister von Brüggens Orchester), Sayuri Yamagata (Violine II),
Violine II also nur in den Triosonaten, oder? Op.5. also durchgehend mit Baudet?


Interessant dürfte noch die Aufnahme von John Hollway sein:


Bei ihm werden einige Sonaten nur mit Cello, andere nur mit Cembalo begleitet (Corelli schreibt ja "violone o cimbalo" vor). Die Nr. 12 sogar einmal mit Cello, einmal mit Cembalo. Hier kann man sicherlich schön erleben, wie ein Streichinstrument auch akkordisch de Continuo-Funktion erfüllen kann.
Leider kenne ich aber nur die Schnipsel, die keine so gute Qualität haben. Kennt jemand die Aufnahme vielleicht?

LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:31
Ich habe gerade in die Manze / Egarr Einspielung mal reingehört und obwohl ich im Allgemeinen keine Freundin von Solovioline bin, fand ich die Hörbeispiele so faszinierend, besonders Manzes Verzierungen, dass ich die Aufnahme jetzt auf meine Liste gesetzt habe.
Die beiden spielen ja wirklich phantastisch miteinander, man merkt (selbst in den Hörschnipseln), dass sie total aufeinander eingestimmt sind und Spaß an der Sache haben!

LG
Juli
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 15:51
Violine II also nur in den Triosonaten, oder? Op.5. also durchgehend mit Baudet?
Ja, Opus 5 nur mit Baudet.
Leider kenne ich aber nur die Schnipsel, die keine so gute Qualität haben. Kennt jemand die Aufnahme vielleicht?
Leider nicht so gut wie ich wöllte - die Aufnahme gibt's hier nirgendwo zum vertieften Reinhören, und fürs Blindkaufen ist sie mir immer zu teuer gewesen - der Ansatz ist aber sicherlich lobens- und hörenswert.
Ich habe gerade in die Manze / Egarr Einspielung mal reingehört und obwohl ich im Allgemeinen keine Freundin von Solovioline bin, fand ich die Hörbeispiele so faszinierend, besonders Manzes Verzierungen, dass ich die Aufnahme jetzt auf meine Liste gesetzt habe.
Die beiden spielen ja wirklich phantastisch miteinander, man merkt (selbst in den Hörschnipseln), dass sie total aufeinander eingestimmt sind und Spaß an der Sache haben!
Freut mich, wenn's dir gefällt - das Zwiegespann Manze/Egarr ist wirklich eine ausgesprochen herausragende Kombination von zwei verrückten englischen Gentlemen - es gibt von denen keine Aufnahme, die nicht in irgendeiner Hinsicht absolut speziell und unerhört ist. Du solltest dich mal an den Pandolfi- und Schubert-Sonaten versuchen!
Es ist ein Jammer, dass Manze die Geige an den Nagel gehängt hat!!!!
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 16:12
Ich habe gerade in die Manze / Egarr Einspielung mal reingehört und obwohl ich im Allgemeinen keine Freundin von Solovioline bin, fand ich die Hörbeispiele so faszinierend, besonders Manzes Verzierungen, dass ich die Aufnahme jetzt auf meine Liste gesetzt habe.
Die beiden spielen ja wirklich phantastisch miteinander, man merkt (selbst in den Hörschnipseln), dass sie total aufeinander eingestimmt sind und Spaß an der Sache haben!
Ja, ich finde die beiden mit Corelli auch großartig. Die Violinsonaten hatte ich vorher schon mal aus der Brillant Classic-Box gehört, aber da wirken sie vergleichsweise blass, während mit Manze/Egarr der Funke sofort übergesprungen ist.

Gruß, Carola

PS. Danke übrigens für die sehr gelungene Einführung, Archie!
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 17:56
Es ist ein Jammer, dass Manze die Geige an den Nagel gehängt hat!!!!

;( Dem kann ich nur zustimmen! Es gibt noch so Vieles, was ich mit ihm gerne gehört/gekauft hätte.


LG
Tamás
:wink:
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 20:52
Wenn Du Näheres wissen möchtest, muss ich mal nachschlagen.
Wollte zwar niemand, aber ich habe trotzdem mal nachgeschaut.

Die Bearbeitungen erschienen 1702 bei Walsh in London im Druck und hatten den Titel

Zitat

SIX
Solos for A FLUTE and A BASS By
ARCHANGELO CORELLI
Being
The second part of his Fifth OPERA
Containing
PRELUDES ALLMANDS CORRANTS IIGS
SARABANDS GAVOTTS with the SPANISH FOLLY
The whole exactly Transpos'd and made fitt for
A FLUTE and A BASS with the aprobation
of severall Eminent Masters
Der Druck bestand aus zwei Stimmheften (Blockflöte, bezifferter Bass). Die Sonaten wurden in blockflötengerechtere Tonarten transponiert und die Solostimme durch Stimmknicke an den Umfang der Blockflöte angepasst - einige Anpassungen sind allerdings aus spieltechnischer Sicht gar nicht erforderlich und werden daher in den heutigen Ausgaben meist nicht übernommen. Auch von Triosonaten Corellis gibt es entsprechende zeitgenössische Bearbeitungen für Blockflöten. Die Blockflöte erlebte Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts eine Blütezeit in England; entsprechend groß war der Bedarf an Musikalien, der neben neuen Kompositionen auch durch Bearbeitungen bekannter Werke gedeckt wurde. Diese Zeit wäre ein Thema für sich...

Viele Grüße,
Andreas
Unbekannt Sonntag, 16. Januar 2011, 22:42
Danke für die Mühe - ich werde die nächste Woche in keine Bibliothek kommen.
Der englische Markt hatte seine Eigenheiten - das wäre wirklich ein interessantes Thema.
Unbekannt Mittwoch, 19. Januar 2011, 21:37
Guten Abend
Geminiani setzte die zweistimmigen Kompositionen für Concerto Grosso aus;
Hier gibt es eine sinnliche Einspielung



mit dem Ensemble 415

Zitat

B. Platti tat dasselbe,
und Plattis Sichtweise nach Corellis op. 5 hat die Akademie für Alte Musik Berlin auf dieser



eingespielt, beim Concerto No. 4 wurde neben den vorgesehenen Streicherstimmen noch Oboen, Fagotte und Hörner hinzuzufügt, im Barock nicht unüblich, dass die Instrumentierung den örtlichen Begebenheiten angepasst wurde.

Gruß :wink:

aus der Kurpfalz

Bernhard
Unbekannt Donnerstag, 20. Januar 2011, 11:10
Guten Abend
Geminiani setzte die zweistimmigen Kompositionen für Concerto Grosso aus;
Hier gibt es eine sinnliche Einspielung



mit dem Ensemble 415


Es gibt da auch eine ausgezeichnete Gesamtaufnahme von der AAM unter Manze:


Eine wundervolle Aufnahme (werde sie gleich auflegen...)

LG
Tamás
:wink: