Unbekannt
Montag, 14. Dezember 2009, 17:00
Wer ist denn das schon wieder ?
Wieder eine Eintagsfliege die ausgegraben wurde ?
Mitnichten. Sartorio war neben Legrenzi vielleicht der wichtigste Vertreter der italienischen Oper zwischen Cavalli / Cesti und Scarlatti / Händel.
Geboren 1620 in Venedig und 1681 auch dort gestorben, beging er einen beeindruckenden Lebensweg und eine große Karriere.
In den 60er und 70er Jahren war sein Ruhm as Opernkomponist bereits so weit verbreitet, das seine Opern überall gespielt wurde,
Vor allem sein „Orfeo“ wurde an fast allen europäischen Theatern gegeben, Aufführungen von Wien bis Hamburg sind belegt.
Er wurde schließlich sogar Hofkapellmeister des Herzogs von Braunschweig- Lüneburg, der am Hofe zu Hannover residierte.
Sartorio war ebenso Vizekapellmeister am Marcus Dom in Venedig, sein direkter Nachfolger wurde übrigens Giovanni Legrenzi.
Von Sartorio gibt es mittlerweile zwei seiner Bühnenwerke auf Tonträger.
Den Orfeo sogar gleich in zwei Einspielungen.
Aber dazu ist zusagen, das die Aufnahme mit Rene Clemencic rein tontechnisch eine bare Zumutung ist. Völlig übersteuert, eng, blechern und mit einer Akustik wie aus einem Schuhkarton geht jegliche Schönheit der Interpretation völlig verloren.
Vielleicht können Hobbytontechniker mit diesem Material vielleicht noch was zaubern, jedem anderen rate ich die Finger davon zu lassen. Zwar wird bei Clemenci mit einem sehr farbigen Orchester und viel Schlagwerk gespielt, aber was nützt es, wenn die Aufnahmetechnik einem alles verdirbt.
Sartorio: L'Orfeo
Hargis, Le Blanc, Grimm, Lilja, Cabre, Kamp
Teatro Lirico, Stubbs
Die Aufnahme von Stephen Stubbs ist etwas schlichter gehalten, eleganter und natürlich vom Klang eine völlig andere Welt.
Diese Aufnahme ist ganz hervorragend, kein Wunder aus der Gruppierung ist das heutige „Boston Early Music Festival Ensemble“ hervorgegangen.
Und hier wird einem eine absolute Spitzenleistung geboten.
Viel beeindruckender ist jedoch der „Giulio Cesare in Egitto“
Antonio Sartorio: Giulio Cesare in Egitto
La Cetra - Cremonesi
ja genau, auf das gleiche Libretto, das fast 50 Jahre später von Händel vertont wurde.
Der Mitschnitt stammt von einer Aufführung bei den Innsbrucker Festwochen (2004)
Aber das Publikum sowie Bühnengeräusche sind kaum zu hören, sehr wohl aber die Begeisterungsstürme nach einigen Arien.
Und hieran mangelt es wahrhaftig nicht, von den weit über 70 Arien des Werkes wurden für die Aufführung nur 55 verwendet, diese Arien erreichen selten die Länge von 3 Minuten, bestechen also vor allem durch ihre prägnante Kürze.
Da Capo Arien sucht man hier vergeblich, obwohl diese Form schon lange bekannt war und benutzt wurde.
Aber diese Arien haben es in sich, es gibt wahrhaftige Schmachtfetzen, die einem nicht mehr aus dem Ohr gehen, Trompetenarien (daran mangelt es wirklich nicht) und sehr tänzerische Arien, manchmal mit Schlagwerk verstärkt.
Was man vielleicht vermissen mag, es gibt keinen Schlusschor, wie oft bei italienischen Opern dieser Zeit, endet das Stück mit einer großartigen Arie. Einen kleinen Chor gibt es aber im II. Akt.
Das ganze wird durch die hervorragende Interpretation von La Cetra unter Attilio Cremonesi vergoldetet.
Und auch bei den Sängern begegnen einem sehr bekannte Namen, die nur das beste erwarten lassen: Domenique Visse, Claire Brua, Maria Cristina Kiehr u.a.
Ich bereue es fast die Oper nicht schon früher gekauft zu haben, selten hat mich ein Werk so begeistert wie dieses.
Wieder eine Eintagsfliege die ausgegraben wurde ?
Mitnichten. Sartorio war neben Legrenzi vielleicht der wichtigste Vertreter der italienischen Oper zwischen Cavalli / Cesti und Scarlatti / Händel.
Geboren 1620 in Venedig und 1681 auch dort gestorben, beging er einen beeindruckenden Lebensweg und eine große Karriere.
In den 60er und 70er Jahren war sein Ruhm as Opernkomponist bereits so weit verbreitet, das seine Opern überall gespielt wurde,
Vor allem sein „Orfeo“ wurde an fast allen europäischen Theatern gegeben, Aufführungen von Wien bis Hamburg sind belegt.
Er wurde schließlich sogar Hofkapellmeister des Herzogs von Braunschweig- Lüneburg, der am Hofe zu Hannover residierte.
Sartorio war ebenso Vizekapellmeister am Marcus Dom in Venedig, sein direkter Nachfolger wurde übrigens Giovanni Legrenzi.
Von Sartorio gibt es mittlerweile zwei seiner Bühnenwerke auf Tonträger.
Den Orfeo sogar gleich in zwei Einspielungen.
Aber dazu ist zusagen, das die Aufnahme mit Rene Clemencic rein tontechnisch eine bare Zumutung ist. Völlig übersteuert, eng, blechern und mit einer Akustik wie aus einem Schuhkarton geht jegliche Schönheit der Interpretation völlig verloren.
Vielleicht können Hobbytontechniker mit diesem Material vielleicht noch was zaubern, jedem anderen rate ich die Finger davon zu lassen. Zwar wird bei Clemenci mit einem sehr farbigen Orchester und viel Schlagwerk gespielt, aber was nützt es, wenn die Aufnahmetechnik einem alles verdirbt.
Sartorio: L'Orfeo
Hargis, Le Blanc, Grimm, Lilja, Cabre, Kamp
Teatro Lirico, Stubbs
Die Aufnahme von Stephen Stubbs ist etwas schlichter gehalten, eleganter und natürlich vom Klang eine völlig andere Welt.
Diese Aufnahme ist ganz hervorragend, kein Wunder aus der Gruppierung ist das heutige „Boston Early Music Festival Ensemble“ hervorgegangen.
Und hier wird einem eine absolute Spitzenleistung geboten.
Viel beeindruckender ist jedoch der „Giulio Cesare in Egitto“
Antonio Sartorio: Giulio Cesare in Egitto
La Cetra - Cremonesi
ja genau, auf das gleiche Libretto, das fast 50 Jahre später von Händel vertont wurde.
Der Mitschnitt stammt von einer Aufführung bei den Innsbrucker Festwochen (2004)
Aber das Publikum sowie Bühnengeräusche sind kaum zu hören, sehr wohl aber die Begeisterungsstürme nach einigen Arien.
Und hieran mangelt es wahrhaftig nicht, von den weit über 70 Arien des Werkes wurden für die Aufführung nur 55 verwendet, diese Arien erreichen selten die Länge von 3 Minuten, bestechen also vor allem durch ihre prägnante Kürze.
Da Capo Arien sucht man hier vergeblich, obwohl diese Form schon lange bekannt war und benutzt wurde.
Aber diese Arien haben es in sich, es gibt wahrhaftige Schmachtfetzen, die einem nicht mehr aus dem Ohr gehen, Trompetenarien (daran mangelt es wirklich nicht) und sehr tänzerische Arien, manchmal mit Schlagwerk verstärkt.
Was man vielleicht vermissen mag, es gibt keinen Schlusschor, wie oft bei italienischen Opern dieser Zeit, endet das Stück mit einer großartigen Arie. Einen kleinen Chor gibt es aber im II. Akt.
Das ganze wird durch die hervorragende Interpretation von La Cetra unter Attilio Cremonesi vergoldetet.
Und auch bei den Sängern begegnen einem sehr bekannte Namen, die nur das beste erwarten lassen: Domenique Visse, Claire Brua, Maria Cristina Kiehr u.a.
Ich bereue es fast die Oper nicht schon früher gekauft zu haben, selten hat mich ein Werk so begeistert wie dieses.